Ermittlungen laufen
D: Bahn-Sabotage wohl politisch motivierte Tat
Der Staatsschutz in Bochum geht im Fall der Bahn-Sabotage in Deutschland am Wochenende von einer „politisch motivierten Tat“ aus. „Wir haben eine größere Ermittlungsgruppe beim Staatsschutz gebildet, die mit Hochdruck daran arbeitet, die Hintergründe der Tat zu klären“, so ein Polizeisprecher am Montagmorgen.
Samstagfrüh wurde die Kabel-Infrastruktur der Bahn in Berlin und Nordrhein-Westfalen empfindlich beschädigt, zeitweilig fiel der Zugverkehr in Norddeutschland aus. Deutschlands Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) sprach von Sabotage.
Insiderwissen über Bahn
Vieles ist in dem komplexen Fall noch unklar. Das Vorgehen setzt nach Einschätzungen aus Sicherheitskreisen Insiderwissen über die Bahn voraus. Dass bisher kein Bekennerschreiben bekannt wurde, spricht gegen Täter aus der linksextremistischen Szene, denen in der Vergangenheit Anschläge gegen die Bahn zugeschrieben wurden.
Spekulation über Angriff Russlands
Der Sicherheitsexperte Peter Neumann hält auch einen Angriff Russlands für möglich. „Russland hat schon ein Interesse daran, in Europa Panik zu verursachen und zu signalisieren, dass es ganz heftig das Leben lahmlegen kann“, sagte der Wissenschaftler dem Sender RTL. Allerdings gebe es natürlich keine eindeutigen Beweise. „Momentan ist es noch eine Theorie.“
Notfallkonzept „optimal gegriffen“
Aus Sicht der Deutschen Bahn haben zumindest die Notfallkonzepte des Konzerns „optimal gegriffen“. „Unsere Teams haben den Funkverkehr bereits drei Stunden nach dem Ausfall wieder hergestellt“, sagte Fernverkehrsvorstand Michael Peterson am Montag. „Das ist wirklich sehr, sehr gut, und ihnen gebührt ein großes Dankeschön dafür.“ Bereits am Samstagvormittag hätten die Züge wieder fahren können. Die Auswirkungen in Form von Verspätungen und Ausfällen waren im gesamten Fernverkehrsnetz allerdings noch deutlich länger zu spüren.
Unzählige Reisende waren am Wochenende auf Bahnhöfen gestrandet. Im Norden war der Zugverkehr am Samstagvormittag für knapp drei Stunden komplett eingestellt worden. Im Lauf des Tages hatte die Deutsche Bahn dann vermeldet, dass die Störungen behoben seien. Danach hatte sich der Zugverkehr nach und nach wieder normalisiert.
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