Bei „Krone Vorarlberg“-Skiexperten Magnus Walch steigt die Spannung, schließlich startet die neue Weltcupsaison in drei Wochen am Gletscher von Sölden. In der neuesten Ausgabe seiner Kolumne „Schwung-Ansatz“ erinnert sich Walch an seine eigenen Erfahrungen in Sachen Saisonauftakt und
Jedes Jahr, wenn ich mich im Herbst zum ersten Mal wieder auf den Weg ins Pitztal gemacht habe, kam sie in mir auf. Die Vorfreude. Aber auch eine gewisse Anspannung spürte ich. Ja sogar einen leichten Anflug von Nervosität. Warum das? Weil der erste Trainingskurs am Pitztaler Gletscher immer darauf hindeutete, dass es nicht mehr lange dauerte. Nicht mehr lange, bis es endlich losging. Sölden was calling.
Welcher Dame wird wohl heuer die Ehre zuteil, mit der Startnummer eins die neue Skiweltcupsaison zu eröffnen? In genau drei Wochen werden wir es wissen. Am 22. Oktober ist es wieder so weit.
Tortur für die Gletscher
Bis vor wenigen Tagen zweifelte ich noch stark daran, dass wir heuer überhaupt ein Rennen in Sölden erleben werden. Der Sommer war eine Tortur für die Gletscher. Heiß und trocken. Experten sprechen von bis zu vier Metern Eisverlust. Eine unvorstellbare Menge. Von einem auf den anderen Tag war er dann aber da, der lang ersehnte Schneefall. Und der war Gold wert und hat für richtiges Winterfeeling gesorgt. Tiefschneefahren statt Stangentraining war bei unseren Ski-Assen angesagt. Ich war fast ein bisschen neidisch, muss ich zugeben.
Perfektes Südamerika
Viele Weltcup-Teams werden in den nächsten drei Wochen ihre Zelte wieder im Pitztal aufschlagen. Dort, wo man sein Ziel buchstäblich vor Augen hat. Vom Start der Trainingspiste sieht man nämlich wunderbar hinüber zum Söldner Rettenbachferner. Auch Katharina Liensberger und Patrick Feurstein, Vorarlbergs heißeste Eisen für den Weltcupauftakt, werden sich mit ihren TeamkollegInnen dort vorbereiten. Beim Sommercamp in Südamerika wurde der Grundstein für die Saison gelegt. „Die Bedingungen waren perfekt, das Training produktiv“, erzählt mir Patrick. Auch mit dem neuen Material komme er bereits sehr gut zurecht. Jetzt steht der finale Formaufbau Richtung Rennwochenende am Programm.
Quali wartet
Andere müssen schon ein paar Tage vor dem Rennen in Topform sein. Die ÖSV-interne Qualifikation findet in weniger als zwei Wochen statt. Die Startplätze dafür sind wie immer heiß umkämpft. Aus Vorarlberger Sicht sind Magdalena Egger, Emily Schöpf, Magdalena Kappaurer und Victoria Olivier bei den Damen und Lukas Feurstein, Noel Zwischenbrugger und Thomas Dorner bei den Herren potenzielle Anwärter auf einen Quali-Platz. Wenn ich an diese Situation zurückdenke, fängt es bei mir heute noch an zu kribbeln. Ein einzigartiges Gefühl.
Ja, wir alle hören es: Sölden ruft. Wer aber kann diesem Ruf am besten folgen? Wer hat im Sommer am besten trainiert und kann sich gleich zum Auftakt in Höchstform präsentieren? Wir dürfen gespannt sein. Der Countdown läuft.
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