Studie zeigt schwarz auf weiß: Niedrige Einkommen und hohe Preise machen Leben teuer. Einer der Hauptgründe ist bei der Beschäftigung von Frauen zu suchen. Die Liste Fritz fordert einen Kraftakt, um die Situation in Tirol zu ändern.
Bei der Kaufkraft hinkt Tirol im österreichweiten Vergleich hinterher. Das zeigt eine neue OGM-Studie, für die die Liste Fritz speziell die Tiroler Ergebnisse im Detail hat auswerten lassen.
100 Euro sind nach den Berechnungen in Tirol nur 96,5 Euro wert – während es in den Nachbarbundesländern Vorarlberg und Salzburg 101,7 Euro sind. „Tirol hat wegen niedriger Einkommen und hoher Preise im Vergleich zu den anderen Bundesländern eine geringe reale Kaufkraft“, sagen die Ökonomen Clara Himmelbauer und Johannes Klotz. Die Fakten auf der Basis der Lohn- und Einkommensstatistik sprechen eine deutliche Sprache: „Das Einkommensniveau ist in Tirol um 1,5% niedriger als bundesweit. Das Preisniveau liegt hingegen um 2,1% höher. Die reale Kaufkraft liegt somit um 3,5% unter dem Bundesdurchschnitt.“
Schlusslicht bei Fraueneinkommen
Erster und wichtigster Grund dafür sei das geringste Fraueneinkommen in ganz Österreich. In vier von neun Bezirken liegt der Median unter 35.000 Euro Brutto-Jahreseinkommen der ganzjährig Vollzeit arbeitenden Frauen. „Die geringen Einkommen sind auf die höchste Teilzeitquote Österreichs zurückzuführen, aber auch auf saisonale Beschäftigung mit geringen Löhnen im Tourismus und ein geringes Angebot an ganztägiger Kinderbetreuung.“ Weniger als die Hälfte der Kinderbetreuungsplätze in Tirol waren mit Stand 2018 mit einer Vollzeittätigkeit vereinbar. Neuere Daten sind pandemiebedingt nicht verfügbar, hieß es. Erst im Frühjahr 2022 hatte das Land angekündigt, weitere Geldmittel für die Kinderbetreuung lockermachen zu wollen.
Die Daten zeigen auch: Niedrige Fraueneinkommnen bedeuten langfristig mehr Altersarmut, was vor allem in Anbetracht der aktuellen Teuerungswelle problematisch sei. Auch die hohen Wohnkosten (Miete und Eigentum) seien ein wichtiger Grund für die geringe reale Kaufkraft.
LA Sint: Bessere Möglichkeiten schaffen
„Die Tiroler Ergebnisse der OGM-Kaufkraftstudie lassen die Alarmglocken schrillen, sie sind erschreckend, ernüchternd und enttäuschend“, sagt Liste-Fritz-Klubobmann Markus Sint. „Denn schwarz auf weiß ist jetzt bestätigt, dass die Tiroler niedrige Einkommen bei hohen Preisen verkraften müssen, was Tirol zum Schlusslicht bei der realen Kaufkraft in Westösterreich macht. Die Tiroler können sich weniger leisten als die Österreicher und im Vergleich zu Vorarlbergern und Salzburgen können sie sich deutlich weniger leisten!"
Ganz dramatisch sei es für die Frauen in Tirol: „Während die Männereinkommen im Österreich-Durchschnitt liegen, bilden die Fraueneinkommen in Tirol das Schlusslicht.“ Die Politik schlafe seit 15 Jahren „den Schlaf des Ungerechten“: 2007 lag der Brutto-Jahresverdienst der Frauen in Tirol um fünf Prozent unter dem Bundesschnitt, 2020 waren es sechs Prozent. „Wir verlangen den massiven Ausbau der Kinderbetreuung“, sagt der Liste-Fritz-Klubchef.
Es braucht einen Kraftakt für eine wirklich ganzjährige, ganztägige und Kinderbetreuung, die gratis ist. Diese ermöglicht besser bezahlte Arbeit für die Frauen und verhindert Altersarmut für die Frauen in Tirol.
Liste Fritz-Parteiobfrau Andrea Haselwanter-Schneider
Kraftakt gefordert
Spitzenkandidatin Andrea Haselwanter-Schneider lässt angesichts der Studienergebnisse kein gutes Haar an der schwarz-grünen Landesregierung. „Bei seinem Amtsantritt vor 14 Jahren hat ÖVP-LH Platter vollmundig das familienfreundlichste Bundesland ausgerufen - versprochen und gebrochen! Besonders für die Frauen in Tirol hat sich nichts verbessert“, sagt Haselwanter-Schneider, die dringenden Handlungsbedarf sieht.
„Es braucht einen Kraftakt für eine wirklich ganzjährige, ganztägige und Kinderbetreuung, die gratis ist. Diese ermöglicht besser bezahlte Arbeit für die Frauen und verhindert Altersarmut für die Frauen in Tirol!“, betont Haselwanter-Schneider. Tirol als Schlusslicht bei den Fraueneinkommen sei „eine Schande für ein eigentlich reiches Bundesland“. Am Geld könne es nicht scheitern, wenn ÖVP und Grüne bei Corona die Millionen mit beiden Händen - etwa für massenhaft Gratistests für Touristen - ausgegeben haben."









Kommentare
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).