Unfall in Wales
Kurzsichtiger Soldat erschoss Kamerad bei Übung
Weil ein kurzsichtiger britischer Soldat seine Kontaktlinsen nicht trug, hat er bei einer Übung des Waliser Regiments mit scharfer Munition versehentlich einen Kameraden erschossen. Das tragische Unglück hatte sich bereits im März 2021 ereignet, doch nun ist ein Untersuchungsbericht veröffentlicht worden. In diesem heißt es, dass das Opfer vermutlich mit einem vorgegebenen Ziel verwechselt worden sei.
Trotz Tragens einer Warnweste und eines roten Leuchtstäbchens am Helm schoss der Schütze, dessen Identität nicht preisgegeben wird, auf den 35 Jahre alten Sergeant, der im Irak, Kosovo und Afghanistan gedient hatte, anstatt das Ziel anzugreifen.
Erst mit Kontaktlinsen Mindestkriterien für Aufnahme erfüllt
„Das Komitee ist zu dem Schluss gekommen, dass die Fähigkeit von ,Guardsman 1‘ (so wird der Schütze bezeichnet, Anm.), das richtige Ziel zu identifizieren, zu erfassen und anschließend zu bekämpfen, erheblich durch das Nichttragen der verschriebenen Kontaktlinsen beeinträchtigt wurde“, hieß es. Das Armeemitglied sei zum Zeitpunkt des Zwischenfalls seit 18 Monaten bei den Streitkräften gewesen. Erst mithilfe von Kontaktlinsen habe es die Mindestkriterien für einen Beitritt erfüllt.
Ohne Linsen hätte „Guardsman 1“ bei zwei geöffneten Augen dreimal näher am Ziel sein müssen, um alle Details zu erkennen und sechsmal näher, wenn nur das rechte Auge geöffnet wäre, hieß es im Bericht weiter. Bei dem Zwischenfall habe der Schütze etwa 290 Meter vom Ziel entfernt gestanden. „Angesichts der unkorrigierten Sehschärfe wäre dieses Ziel in gleichen Details gesehen worden, als wenn jemand mit normalem Sehvermögen es aus 1740 Metern Entfernung gesehen hätte.“ Eine Armeesprecherin wollte sich nicht zu juristischen Konsequenzen äußern, solange die Polizeiuntersuchung nicht abgeschlossen ist.
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