„Das ist meins!“

Junge Tirolerinnen über das Abenteuer Sozialjahr

Tirol
26.08.2022 13:00

Sie sind 19 Jahre jung und haben ein ganz besonderes Abenteuer hinter sich: Zwei Tirolerinnen berichten, wie sie im „Freiwilligen Sozialen Jahr“ über sich hinaus gewachsen sind und warum sie es vielen jungen Menschen empfehlen. 

Nicola Zink aus Zirl und Sarah Goreis aus Völs haben einiges gemeinsam. Beide sind 19 Jahre jung, beide waren bis vor Kurzem Schülerinnen – und beide befinden sich in der Phase der beruflichen Orientierung. „Dass ich in meinem Job viel Kontakt mit Menschen haben möchte, war mir immer klar. Aber nicht, in welchem Bereich“, fasst Nicole ihre persönliche Ausgangslage zusammen. Eine Ausgangslage, in der sich viele junge Menschen befinden.

Um herauszufinden, was zu ihnen passt, wählten Nicola und Sarah einen besonderen Weg: das „Freiwillige Soziale Jahr“ (FSJ). Dabei arbeiten junge Erwachsene zehn oder elf Monate in einer Sozialeinrichtung in Österreich. Noch läuft die Bewerbungsfrist für den Herbst.

Zuerst hatte Sarah Bedenken, jetzt will sie in einen Pflegeberuf
Sarah heuerte beim Roten Kreuz an. „Am Anfang hatte ich schon Bedenken, ob ich das schaffe. Aber man wird gut begleitet und jetzt überwiegt der Stolz, dass meine Arbeit so geschätzt wird. Ich hatte keine Vorstellung, wie erfüllend es ist, Menschen zu helfen.“ Das sagt eine, die sich bisher keinen Sozialberuf vorstellen konnte und aufgrund ihrer Erfahrungen in den vergangenen Monaten nun die Ausbildung für Diplomkrankenpflege startet: „Ich habe gefunden, was mir Spaß macht, was mich erfüllt, wofür ich mich einsetzen möchte.“ Für Sarah war das Sozialjahr „die wichtigste Schulzeit“ ihres Lebens.

Nicola betont die Persönlichkeitsbildung im Sozialjahr
Auch die Bilanz von Nicola fällt positiv aus. Sie begleitete bei der Lebenshilfe Menschen mit Behinderung. „Es war faszinierend festzustellen, dass durch meine Hilfe andere Menschen selbstständiger leben können“, erzählt die Zirlerin. Sie haben die vergangenen elf Monate darin bestärkt, einen Beruf mit viel zwischenmenschlichem Kontakt zu wählen. Was Nicola aber besonders betont, ist die Persönlichkeitsbildung im Sozialjahr: „Du lernst, auf Menschen zuzugehen. Du lernst, richtig zu helfen. Du lernst Geduld.“ Besonders beeindruckt habe sie das, was die Klienten ihr gelehrt haben: „Leben im Jetzt. Schätze die scheinbar kleinen Dinge. Vergiss in der Leistungsgesellschaft nicht, dass wir Menschen vor allem soziale Wesen sind.“

„Für jeden, der seine Bestimmung sucht.“
Wem würden Nicola und Sarah ein soziales Jahr empfehlen? „Jedem, der noch auf der Suche nach seiner Bestimmung ist“, ist die einhellige Antwort. Wie würden sie die Arbeit zusammenfassen? „Es ist gewiss nicht immer einfach. Es ist fordernd. Aber man wächst mit dieser Aufgabe“, lautet der Befund der beiden gereiften Tirolerinnen.

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