Ein Bildungstrend aus der Corona-Zeit ist offenbar gekommen, um zu bleiben. 397 Tiroler Kinder sind für den Herbst von der Schule abgemeldet und sollen daheim unterrichtet werden. Die Erfahrungen des Vorjahres haben gezeigt, dass sich Eltern dabei oft übernehmen.
Wie berichtet, ist in der Corona-Zeit die Zahl der Anträge österreichweit regelrecht explodiert. In Tirol haben im Vorjahr rund 500 Eltern ihre Kinder von der Schule abgemeldet und daheim unterrichtet. Im Vergleich: 2019 waren es mit 213 nicht einmal die Hälfte.
Jetzt ist die Prüfung für das kommende Schuljahr abgeschlossen. Die Zahl geht zwar zurück, aber nicht so stark, wie das viele Bildungsfachleute erhofft haben. 397 Tiroler Pflichtschüler – vor allem Volks- und Vorschüler – werden ab September nicht in einer Klasse, sondern daheim unterrichtet.
Begründung müssen sie keine abgeben. Es liegt aber die Vermutung nahe, dass die Corona-Zeit noch nachwirkt und diese Möglichkeit durch die Berichterstattung deutlich bekannter geworden ist.
Tiroler Bildungsdirektor Paul Gappmaier
„Die Corona-Zeit dürfte noch nachwirken“
Doch was bewegt Eltern dazu? „Begründung müssen sie keine abgeben. Es liegt aber die Vermutung nahe, dass die Corona-Zeit noch nachwirkt und diese Möglichkeit durch die Berichterstattung deutlich bekannter geworden ist“, meint der Tiroler Bildungsdirektor Paul Gappmaier.
Nach dem Boom im Vorjahr wurden die Zugangsbedingungen verschärft. Nun müssen sich Eltern schon zum Schulschluss entscheiden und mit ihrem Kind ein Reflexionsgespräch absolvieren. Gappmaier sieht den Zugang damit „zufriedenstellend“ geregelt.
Viele scheiterten an der Externisten-Prüfung
Dass sich viele Eltern den häuslichen Unterricht leichter vorstellen als er ist, zeigen die Erfahrungen des vergangenen Jahres. 100 Kinder kehrten nach wenigen Wochen wieder in die Schule zurück, 100 weitere schafften die verpflichtende Externisten-Prüfung nicht. Sie müssen das Schuljahr somit wiederholen.
Vor diesem Hintergrund unterstreicht Gappmaier einmal mehr den Wert der Schule für soziales Lernen: „Wie wichtig das Miteinander ist, hat sich in den Lockdowns bekanntlich gezeigt. Kinder und Jugendliche haben darunter besonders gelitten.“
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