Die Niederlande haben einen 29-jährigen Russen an die USA ausgeliefert, der beschuldigt wird, Lösegeldzahlungen im Namen von Cyber-Banden gewaschen zu haben, die es auf Krankenhäuser und Gesundheitsdienstleister abgesehen haben. Im Falle einer Verurteilung droht ihm jahrzehntelange Haft.
Denis Mihaqlovic Dubnikov wird zusammen mit anderen beschuldigt, eine Reihe von Finanztransaktionen durchgeführt zu haben, um Kryptowährungen zu waschen, die laut einer Erklärung der US-Staatsanwaltschaft von Portland im US-Staat Oregon zwischen August 2018 und August 2021 von Opfern der Ransomware „Ryuk“ erpresst worden waren.
Die osteuropäische Cyber-Bande UNC1878 hatte mittels der Erpresser-Software inmitten der Corona-Pandemie verstärkt Krankenhäuser und Gesundheitsdienstleister in den USA ins Visier genommen. Charles Carmakal vom IT-Sicherheitsunternehmen Mandiant bezeichnete „Ryuk“ als die „größte Bedrohung der Cybersicherheit, die wir je in den USA gesehen haben“. UNC1878 nannte er gegenüber „Bloomberg“ „dreist“ und „herzlos“.
Angeklagter plädierte auf „nicht schuldig“
Dubnikov soll laut Staatsanwaltschaft mehr als 400.000 Dollar an Lösegelderlösen von „Ryuk“-Erpressungen gewaschen. Die Gelder seien Teil eines umfassenderen Plans unter seinen Mitverschwörern gewesen, um mindestens 70 Millionen Dollar zu waschen. Der 29-jährige Russe war am 2. November 2021 in Amsterdam verhaftet worden. Bei seinem ersten Erscheinen vor einem Gericht in Oregon am Mittwoch plädierte er auf „nicht schuldig“ im Sinne der Anklage.
Ein fünftägiger Geschworenenprozess soll am 4. Oktober beginnen. Im Falle einer Verurteilung drohen Dubnikov bis zu 20 Jahre Haft in einem Bundesgefängnis, drei Jahre Haft unter Aufsicht und eine Geldstrafe von 500.000 Dollar.
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