Mini-Versteck in Van

Polizei nimmt auf A4 bulgarischen Schlepper fest

Österreich
03.08.2011 11:53
In Niederösterreich im Bezirk Bruck an der Leitha ist der Polizei ein Schlepper ins Netz gegangen. Der 47-jährige Bulgare war in einem Minivan auf der A4 unterwegs, als er auf der Autobahnraststätte Göttlesbrunn von Beamten angehalten wurde. Bei der Durchsuchung des Fahrzeugs fanden die Polizisten, eingepfercht in ein nur 23 Zentimeter hohes Mini-Geheimversteck (siehe Bilder), zwei Iraker und befreiten sie.

"Der Bulgare zeigte sich geständig und wurde am 13. Juli von der Polizei festgenommen", so die Ermittler der Gruppe Menschenhandel im Landeskriminalamt Niederösterreich.

Pro Fahrt 1.000 Euro erhalten
Dem Verdächtigen seien schließlich von Ende Juni bis etwa Mitte Juli drei Schlepperfahrten von Bulgarien nach Österreich nachgewiesen worden. Laut eigenen Angaben soll er pro Fahrt rund 1.000 Euro kassiert haben. Migranten aus dem Irak und aus Afghanistan sollen für die gesamte Route pro Person 13.000 Dollar, also etwa 9.200 Euro, bezahlt haben.

Für die Schleusung von der Stadt Russe in Bulgarien bis nach Österreich wurde beim Minivan unter der Bodenplatte der beiden hinteren Sitzreihen ein Versteck eingebaut - im Ausmaß von gerade einmal 183 mal 81 mal 23 Zentimeter. Das Versteck hatte keinerlei Lüftung, war durch eine Eisenklappe verriegelt und konnte nur von außen geöffnet werden.

Unter massiven Bedrohungen ins Versteck
Die beiden Geschleppten im Alter von 21 und 22 Jahren wurden nach Antragstellung zur Erstaufnahmestelle Ost nach Traiskirchen gebracht. Die Iraker gaben an, dass sie mehrmals von dem 47-jährigen Bulgaren massiv bedroht und so genötigt wurden, sich in das Versteck zu zwängen.

Der Schlepper wurde nach der Einvernahme der Justizanstalt Eisenstadt überstellt. Weitere Ermittlungen sind noch im Gange.

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