Assadollah A. arbeitete für die iranischen Botschaft in Wien, soll ein Attentat geplant haben, wurde in Deutschland verhaftet und an Belgien ausgeliefert. Nun kommt er im Zuge eines Gefangenenaustauschs frei.
Im Jahr 2018 verhinderten Behörden ein mutmaßlich von Teheran in Auftrag gegebenes Bombenattentat auf eine Veranstaltung der iranischen Exilregierung („Nationaler Widerstandsrat des Iran“; NWRI) und ihrer Präsidentin Maryam Rajavi nahe Paris.
Drahtzieher soll Assadollah A. gewesen sein, der seit 2015 als dritter Botschaftsrat der iranischen Botschaft in Wien geführt wurde. Der Diplomat wurde auf dem Rückweg nach Österreich in Deutschland verhaftet, nach Belgien ausgeliefert und 2021 zu 20 Jahren Haft verurteilt.
Laut einem Schriftstück der NRWI, das der „Krone“ vorliegt, soll Assadollah A. die Bombe in einem Passagierflugzeug persönlich von Teheran via Diplomatengepäck nach Wien und von dort nach Luxemburg zu den Attentätern gebracht haben.
Nun kommt Assadollah A. frei. Weil Belgien und der Iran ein Geheimabkommen beschlossen haben. Die Vereinbarung sieht die Möglichkeit vor, dass Brüssel und Teheran Gefangene austauschen. Im Gegenzug für Assadollah A. kommt ein im Iran inhaftierter belgischer Mitarbeiter einer NGO frei.
Ein Sprecher der iranischen Exilregierung spricht gegenüber der „Krone“ von der altbewährten iranischen Taktik der „Geiseldiplomatie“ und nennt den Deal eine „Schande“.
Noch muss das Abkommen im belgischen Parlament ratifiziert werden. Wann der Austausch über die Bühne gebracht wird, ist noch unbekannt. Auch zwei Österreicher sind trotz anhaltender Proteste des Außenministeriums noch immer im Iran in Haft.

















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