Es fehlen Behandlungsplätze, während der Bedarf dafür ständig ansteigt. Bereits vor der Pandemie standen in Österreich lediglich 50% der benötigen Krankenhausbetten in der Kinder- und Jugendpsychiatrie zur Verfügung.
Die Zahlen sind dramatisch: 59 Prozent der Jugendlichen haben ein gestörtes Essverhalten, 55 Prozent zeigen depressive Symptome, und 47 Prozent machen Angstzustände zu schaffen. Die Therapiesituation für diese Leiden war schon vor der Pandemie schwierig. Aktuell betragen die Wartezeiten auf psychiatrische und psychotherapeutische Behandlung mehrere Monate. „Das ist besonders tragisch, weil durch rechtzeitige Intervention in vielen Fällen eine Chronifizierung verhindert werden kann“, so Prim. Dr. Judith Noske, Kinder- u. Jugendpsychiatrie Hinterbrühl (NÖ), auf einer Pressekonferenz in Wien.
Es muss für alle sozialen Schichten ein Angebot zur Behandlung möglich sein, um nicht nur Notfälle zu betreuen, sondern eine angemessene Versorgung der steigenden Zahl der psychisch erkrankten Jugend sicherstellen zu können.
Prim. Dr. Judith Noske, Kinder- u. Jugendpsychiatrie Hinterbrühl
Darüber hinaus zeigen Daten aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie Hall i. T. / Innsbruck, dass die Akutaufnahmen im zweiten Pandemiejahr 2021 um 40 Prozent im Vergleich Jahr 2019 gestiegen sind. Durch den Ukraine-Krieg, drohende Armut und Zukunftsängste durch den Klimawandel kommen weitere Belastungen für die psychosoziale Gesundheit der Kinder und Jugendlichen hinzu.
„Es muss für alle sozialen Schichten ein Angebot zur Behandlung möglich sein, um nicht nur Notfälle zu betreuen, sondern eine angemessene Versorgung der steigenden Zahl der psychisch erkrankten Jugend sicherstellen zu können“, fordert Prof. Kathrin Sevecke, Präsidentin der Österr. Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie.

















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