Die neue Landesgesellschaft startet im Juli einen Pilotversuch in Rust, um den Pegel wieder zu heben. Bei der Wasserzuleitung stockt es hingegen weiter...
Der Regen hat dem Neusiedler See nur eine kleine Verschnaufpause gegönnt. Zwar ging der Wasserstand Anfang Juni etwas nach oben, der Effekt „verdampfte“ aber rasch wieder. Mittlerweile liegt der Pegel bei 115,14 Metern über Adria – und damit weiterhin so tief wie noch nie um diese Jahreszeit. Zum langjährigen Mittel fehlen etwa 40 Zentimeter.
Seemanagement GmbH
Das Land will - wie berichtet - gegensteuern und hat nun die Seemanagement GmbH ins Leben gerufen, welche mit 1. Juli starten wird. Geschäftsführer ist Erich Gebhardt, ein Experte, der bereits seit 16 Jahren in dem Bereich tätig ist.
Vorrangige Aufgabe der Gesellschaft wird das Schlamm- und Schilfmanagement sein: Das Schilf soll zurückgestutzt und der Schlamm aus dem See geholt werden. Schon Mitte Juli wird es dazu einen ersten Pilotversuch in der Ruster Bucht geben, bei dem die Schlammoberkante um 25 Zentimeter abgesenkt werden soll. Weitere operative Schritte sollen dann im Herbst erfolgen.
Zuleitung noch nicht fix
Weniger schnell geht es in anderen Bereichen. Die Zuleitung von Wasser aus der Moson-Donau hängt weiterhin in der Luft – es scheitert an Ungarn. Das Nachbarland habe zwar großes Interesse an dem Projekt, die nationale Finanzierung sei aber noch nicht sichergestellt, so Christian Sailer, Leiter der Task Force Neusiedler See.
Laut Landesrat Heinrich Dorner sei es zudem ein politisches Thema. In den kommenden Wochen will man daher auf Regierungsebene Gespräche mit Ungarn führen. Ab wann Wasser fließen könnte, kann noch nicht abgeschätzt werden.
Änderungen in Landwirtschaft
Gespräche soll es außerdem im Bereich der Landwirtschaft geben, die wegen der Grundwasserentnahme teilweise in die Kritik geraten ist. Im Zentrum sollen dabei besonders an das Klima angepasste Kulturen und Fruchtfolgen sowie eine wassersparende Bewässerung stehen, erklärt Dorner.
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