23.06.2022 07:30 |

Nach langem Wucher

Krypto-Absturz lässt Grafikkarten-Preise sinken

Seit Nvidia 2020 seine Grafikchipgeneration der Geforce-RTX-3000-Serie enthüllt hat, waren 3D-Beschleuniger in Europa nur zu Wucherpreisen zu bekommen. Die Krypto-Industrie kaufte den Markt leer, für Gamer blieb wenig übrig. Angesichts der rasant fallenden Kryptowährungs-Kurse kühlt sich die Situation nun aber ab: Weil sich das Mining in vielen Fällen nicht mehr lohnt, überschwemmen die Miner den Gebrauchtmarkt und auch im Handel sorgt steigendes Angebot für sinkende Preise.

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Vor allem der Absturz der Kryptowährung Ethereum dürfte den Preisverfall bei Grafikkarten begünstigen: Die zweitwichtigste Kryptowährung, die zum Jahreswechsel noch um mehr als 3300 Euro pro Einheit gehandelt wurde, ist mittlerweile nur noch ein Drittel wert. Damit lohnt sich die Erzeugung mittels stromhungriger Grafikkarten in vielen Regionen der Welt nicht mehr: Die Stromkosten sind mittlerweile höher als die zu erwartenden Gewinne.

Ethereum-Erzeugung lohnt sich nicht mehr
Die Folge: Die Krypto-Industrie, die in den vergangenen Jahren Grafikkarten für die Ethereum-Erzeugung hamsterte, hat keinen Bedarf für die vielen Grafikkarten in ihren Rechenzentren. Firmen und private Miner versuchen, ihre Berge an Grafikkarten auf eBay und anderen Marktplätzen zu Geld zu machen - und sind ob des nun plötzlich üppigen Angebots gezwungen, geringere Preise zu verlangen. Gleichzeitig sind im Handel nun mehr Grafikkarten verfügbar, weil die Krypto-Miner nicht mehr alles aufkaufen.

Preise über Herstellervorgabe, aber Tendenz sinkend
Der durch den Krypto-Absturz ausgelöste Preisverfall ist gewaltig: Auf Geizhals.at zeigt sich das etwa an der durchschnittlichen Preisentwicklung des beliebten Oberklasse-Grafikkartenmodells MSI Geforce RTX 3080 Gaming Z Trio 12G LHR. Wurden im Jänner noch rund 1800 Euro für diese Grafikkarte verlangt, sind es mittlerweile „nur“ noch 1100 Euro.

In der Mittelklasse sind die Preise ebenfalls auf Talfahrt: Eine ASUS TUF Gaming Geforce RTX 3060 V2 OC, für die im Jänner bis zu 1200 Euro verlangt wurden, wird nun um rund 500 Euro angeboten. Damit liegen die im Handel verlangten Preise zwar noch deutlich über der Preisempfehlung der Hersteller, die bei der Markteinführung bei rund 760 Euro für eine Geforce RTX 3080 und rund 330 Euro für eine RTX 3060 lag. Sie nähern sich aber nach und nach wieder einem einigermaßen verträglichen Niveau.

Neue Chips, Krypto-Flaute: Preise dürften weiter sinken
Weiter sinkende Preise sind zu erwarten: Zum einen scharrt sowohl bei Nvidia als auch beim Rivalen AMD schon die nächste Grafikchip-Generation in den Startlöchern, die noch mehr Leistung als die derzeit erhältlichen GPUs verspricht. Zum anderen zeichnet sich am gebeutelten Krypto-Markt bislang keine Erholung ab - digitale Währungen wie der Bitcoin dümpeln auf dem niedrigsten Kurs der letzten beiden Jahre vor sich hin.

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