„Kraftplätze“ gesucht

Mehr Durchblick für Energie in unseren Gemeinden

Oberösterreich
19.06.2022 10:00

Gemächlich in Richtung Klima-Abgrund sei Oberösterreich unterwegs, meinen - wie berichtet - die Grünen. Im Landtag, beim Umgang mit grünen Anträgen, mag das ja so sein. Aber außerhalb von Gesetzgebung und Resolutionsversandbüro geht’s in der Praxis doch fast hyperaktiv in Richtung Energiewende, macht ÖVP-Landesrat Markus Achleitner klar. Dabei spielt die Raumordnung auch eine immer größere Rolle: Wo sind die richtigen „Kraftplätze“ zum Beispiel für Nahwärmeanlagen oder Öffi-Investitionen?

„Ein Bundesländervergleich zeigt ganz klar, dass Oberösterreich das ,Land der Erneuerbaren Nr. 1’ der Republik ist“, wie der Politiker darlegt. In Oberösterreich kommen ihm zufolge 84 Prozent des Stroms und 61 Prozent der Raumwärme aus erneuerbaren Energien. Wobei Oberösterreich bei Wasserkraft, Biomasse und Solarenergie bereits an der Spitze aller Bundesländer liege, siehe die Grafik.

Nicht erst seit Ukraine-Krieg Priorität
Landesrat Achleitner stellt das so in den Gesamtzusammenhang: „Nicht erst aufgrund der Auswirkungen des fürchterlichen Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine setzt Oberösterreich auf einen möglichst raschen Ausstieg aus fossilen Energien. Mit unserem ehrgeizigen OÖ. Energie- und Klima-Maßnahmenplan #upperENERGY werden auch schon längst konkrete Schritte in diese Richtung gesetzt.“

Ein neues Projekt für die Gemeinden
Immer neue Stellschrauben zum Weiterdrehen der Energiewende kämen dazu, betont Achleitner. Zum Beispiel das Projekt „Energieraumplanung in OÖ“, das der Politiker als Energie- und Raumordnungslandesrat gleich zweifach trägt, siehe auch die Karikatur. „Da geht es um Klimaschutz und Energiewende mit raumplanerischen Mitteln und dabei um Unterstützung für die Gemeinden“, erläutert er.

Was sind denn da die Ziele?
Was heißt das? Ziel ist das Identifizieren von Planungsräumen für energieoptimierte und klimafreundliche Ortsentwicklung. Noch konkreter: Wo kommen Nah- und Fernwärmeversorgung am besten hin? Welche Siedlungsbereiche eignen sich ideal für den „Umweltverbund“, also fürs Zu-Fuß-Gehen und Radfahren bzw. die weitere Öffi-Erschließung.

Drei Pilot-Gemeinden gibt es bereits
In drei Gemeinden mit sehr unterschiedlichen Siedlungsstrukturen wird all das gerade erprobt: in Sankt Georgen an der Gusen, Steyr und Bad Goisern.

INFOBOX: Was versteht man unter Energieraumplanung?

  • Energieraumplanung = Klimaschutz und Energiewende mit raumplanerischen Mitteln.
  • Energieraumplanung beschäftigt sich als Teilgebiet der Raumplanung mit den räumlichen Aspekten von Energieversorgung und Energieverbrauch.
  • Hinsichtlich der Energieversorgung geht es dabei um die Frage der Standortsicherung von Energiegewinnungs-, -verteilungs- und -speicheranlagen. Durch die Energiewende sind insbesondere vermehrt Flächen für die Bereitstellung erneuerbarer Ressourcen zu sichern. Dies ist unter möglichster Vermeidung von Landnutzungskonflikten vorausschauend zu planen.
  • Die Energieraumplanung wirkt zudem auch auf den Energieverbrauch. Als Gegenstück zur Energieeffizienz von Gebäuden gibt es auch energieeffiziente Raum- und Siedlungsstrukturen, die sich durch Funktionsmischung, maßvolle Dichte, kurze Wege und Kompaktheit auszeichnen. Auf diese Weise kann der Energiebedarf im Gebäudesektor, der Infrastruktur und der Mobilität reduziert werden.
  • Die Energieraumplanung ist damit ein wesentlicher Bestandteil zur Erfüllung der internationalen Klimaschutzziele.
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