Falschaussage

Sohn von Welser Triebtäter wurde nicht verurteilt

Oberösterreich
10.06.2022 11:00

Angeklagter Welser (29) gab vor Linzer Richterin zwar eine Falschaussage bei Missbrauchsermittlungen zu, das Verfahren gegen ihn wurde aber nun eingestellt.

Der Vater (55) des wegen einer Falschaussage im Landesgericht Linz angeklagten Welsers (29) war wegen jahrelanger sexueller Übergriffe an Angehörigen und deren Freunden heuer im März zu 26 Monaten Haft verurteilt worden. Der Sohn hatte im Jänner 2020 als Zeuge aber der Polizei erklärt, dass der Ex-Unternehmer ihm in seiner Kindheit nie zu Nahe gekommen sei. Ein Jahr später behauptete er dann, zwischen dem sechsten und 13. Lebensjahr teils mehrfach täglich vom Vater missbraucht worden zu sein. Dabei sei es auch zu geschlechtlichen Handlungen gekommen. Eine der beiden von ihm präsentierten Varianten musste also falsch sein. Im Fall einer Verurteilung drohten dem Filius für seine Lüge bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe.

Diversion
Am Donnerstag gab der 29-Jährige vor Einzelrichterin Petra Oberhuber schließlich auch zu, dass seine erste - für den Vater entlastende - Aussage unrichtig war. Damals sei vor allem aber ermittelt worden, ob der Unternehmer auch einen Enkel missbraucht habe. Die Fragen der Polizisten an den Sohn sollen offenbar „nur so nebenbei“ erfolgt sein.
Die Richterin ließ Milde walten und stellte das Verfahren gegen den 29-Jährigen für eine Probezeit von drei Jahren nun rechtskräftig über eine Diversion ein. Er muss aber 150 € an Verfahrenskosten bezahlen.

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