Papablogger

„Spielen ist für meinen Sohn das Wichtigste“

Oberösterreich
07.06.2022 17:00

Am Sonntag, 12. Juni ist Vatertag. Für Gregor Schinko, der seine Paparolle voll auslebt, hat der Tag mit Gleichberechtigung zu tun.

Wir können gerne telefonieren, nur nicht heute Nachmittag, da hole ich meinen Sohn vom Kindergarten ab und wir gehen auf den Spielplatz“, sagt Gregor Schinko…(44). Also Telefonat am Abend, dabei erzählt er, dass er sich auf die Vaterrolle ebenso lange wie seine Frau vorbereitet hat. „Der Bauch ist gewachsen, das Kind hat sich gedreht. Ich war bei Untersuchungen und Vorbereitungskursen dabei, wir haben die Hebamme gemeinsam ausgesucht“, erinnert er sich. „Ein Kind ist eine gemeinsame Sache!“ Die Geburt: „Ein Tag wie auf Wolken.“

„Ich will alles miterleben!“
Der frischgebackene Papi ließ sich nichts entgehen, fütterte, wechselte Windeln: „Ich will alles miterleben!“ Aber er ging als Vater nicht in Karenz, „das war vom Job her nicht möglich“. Als der Sohn fast drei Jahre alt war, gab es kurz eine schwierige Phase, die viele Väter erleben: „Mein Sohn war plötzlich stark auf die Mama fixiert, ich war unwichtig. Das musste ich verkraften! Freunde sagten zu mir: ,Hab Geduld, du machst nichts falsch!‘“ Plötzlich war die Phase wieder vorbei. Schinko begann, seinem Sohn Gute-Nacht-Geschichten zu erzählen. „Das hat unsere Beziehung vertieft. Jetzt ist er fünf Jahre alt, wir machen viel gemeinsam!“ Neuerdings gehen sie öfters auf den Fußballplatz oder planen Vater-Sohn-Ausflüge, zusätzlich zur Familienzeit zu dritt. Doch es geht nicht nur um Erlebnisse: „Ich zeige schon, wenn ich einmal traurig bin. Männer dürfen doch Gefühle haben!“ Nach einem Streit geht er auf seinen Sohn wieder zu: „Ich will ihm auch Versöhnung vorleben.“ Davon hält Richard Schneebauer, Männerberater in Linz, besonders viel. Er sagt: „Kinder lieben Papas, die ihre Gefühle zeigen und sich auch entschuldigen können – für Abwertungen, Verletzungen und Kränkungen.“

Ein langes Frühstück im Kreis der Familie
Schinko ist einer der ersten Papa-Blogger aus Österreich, er stellt seine Erlebnisse auf casualdad.at ins Internet. Das macht er nebenbei zu seinem Job als Storyteller für Agenturen.

„Papaa, wann kommst du?“
 Jetzt muss er unser Gespräch beenden, sagt er, denn spielen ist angesagt. Der Vatertag? „Ein Familientag, wir werden im Kaffeehaus gemütlich frühstücken – wie jedes Jahr. Ich genieße das. Ohne meine Frau und meinen Sohn wäre ich ja nicht Vater!“

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