01.06.2022 19:33 |

Polyneuropathie

Jürgen Drews: Worunter leidet der beliebte Star?

Schlagerstar Jürgen Drews musste aufgrund seiner Nervenkrankheit sämtliche Live-Termine absagen. Der 77-Jährige machte bereits im Vorjahr öffentlich, dass er unter Polyneuropathie leidet. Worum handelt es sich und was könnte dahinter stecken? Ein Experte klärt auf.

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Entzündungen, Verletzungen sowie bestimmte Erkrankungen können Nerven und deren Strukturen (Fasern, Zellen) reizen oder schädigen und Schmerzen auslösen. Die Beschwerden gehen entweder von den Nerven des zentralen Nervensystems (Gehirn und Rückenmark) aus, oder von jenen die außerhalb dessen liegen (peripheres Nervensystem). Funktionieren gleichzeitig mehrere periphere Nerven im Körper nicht richtig, spricht man von einer Polyneuropathie. 

Auslöser sind vielfältig
Diese kann viele verschiedene Ursachen haben und auch sehr unterschiedliche Verläufe zeigen. „Besonders bei Zuckerkrankheit und Stoffwechselleiden (Schilddrüse), Vitamin B Mangel, Autoimmunerkrankungen wie Rheuma oder starkem Alkoholkonsum, aber auch bei chronischen Vergiftungen durch Inhalieren schädlicher Dämpfe (Farben, Lacke, Putzmittel, Blei , Quecksilber), Einnahme mancher Medikamente ( Antidepressiva, Chemotherapeutika) und schweren Durchblutungsstörungen treten Nervenstörungen am ganzen Körper auf. Hände und Füße sind dabei immer am stärksten betroffen“, berichtet Dr. Thomas Schwingenschlögl, Internist, Rheumatologe und Ernährungsmediziner aus Niederösterreich.

Viele Polyneuropathien beginnen mit Missempfindungen wie Kribbeln oder „Ameisenlaufen unter der Haut“, einem Gefühl von Bamstig- und Pelzigkeit, Jucken, abnormales Wärme-, Kälte- oder Schwellungsgefühl. Typisch sind auch starke Schmerzen, die der Betroffene als brennend, bohrend, messer- bzw. nadelstichartig, schneidend oder elektrisierend empfindet. Die Symptome treten - je nach Ursache - plötzlich (akut, über einige Tage bis zu einigen Wochen) auf, oder sie entwickeln sich langsam, über einen längeren Zeitraum (über Monate oder Jahre) und können mitunter sogar chronisch werden.

Spezialisten aufsuchen
„Prinzipiell gilt: je früher der Nervenschmerz behandelt wird, desto besser die Prognose. Wer also drei bis vier Wochen an unklaren Schmerzen oder Gefühlsstörungen leidet, sollte sofort einen Spezialisten aufsuchen. Mit der richtigen Therapie lässt der Schmerz deutlich nach, die Lebensqualität steigt wieder“, so Dr. Schwingenschlögl. Zuerst sollte man immer versuchen, die auslösende Erkrankung zu therapieren. „Deshalb ist stets eine gründliche internistische und neurologische Untersuchung mit Blutanalyse, Durchblutungsmessungen und Nervenleitgeschwindigkeit zum Aufdecken der Ursache erforderlich. Ist die Grundkrankheit zwar erfolgreich behandelt, die Nervenschmerzen bestehen aber immer noch, oder lässt sich die Grundkrankheit einfach nicht gut in den Griff bekommen, dann braucht man Medikamente, die den Schmerz unterdrücken“, führt der Experte weiter aus.

Herkömmliche Schmerzmittel und physikalische Behandlungen wirken hierbei jedoch oft nicht ausreichend. Durch den Einsatz spezieller Nervenmedikamente lassen sich die Beschwerden aber meist gut reduzieren. Diese sollten jedoch nur von einem Spezialisten verabreicht werden.

Regina Modl
Regina Modl

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