"Völlig ausgerastet"

39-Jähriger karrte gefesselten Kollegen zur Polizei

Kärnten
12.07.2011 10:05
"Er hat mich gebeten, dass ich ihm in seinem Haus helfe. Dann schlug er mich nieder!" Selamur I. (26) kann es noch gar nicht glauben, was ihm am Montagmorgen in Kärnten passiert ist. Sein 39-jähriger Arbeitskollege hat ihn zuerst verprügelt und dann gefesselt im Kofferraum eines VW-Polo bei der Polizei abgeliefert. Er glaubt nämlich, dass Selamur I. am Wochenende in sein Auto eingebrochen hat.

Striemen und Blutergüsse am Oberkörper des 26-jährigen Bosniers (Bild) zeugen davon, was er wenige Stunden zuvor in einem Wohnhaus bei St. Veit an der Glan erlebt hat. "Mein Arbeitskollege ist völlig ausgerastet", schildert Selamur I. am Montagnachmittag im "Krone"-Gespräch. "Wie jeden Tag habe ich Mikel in der Früh abgeholt. Doch dieses Mal bat er mich, ins Haus zu kommen, um ihm bei etwas zu helfen. Plötzlich schlug er mich nieder."

"Er wollte ein Geständnis herausprügeln"
Der 39-jährige Bosnier fesselte sein Opfer und schlug mit seinen Fäusten und einem Stock immer wieder auf ihn ein. Selamur I.: "Er war überzeugt, dass ich in sein Auto eingebrochen hatte. Er wollte ein Geständnis aus mir herausprügeln. Ich war es aber nicht."

Der 39-Jährige packte daraufhin sein Opfer, steckte es in den engen Kofferraum seines VW Polo und lieferte den vermeintlichen Autoeinbrecher bei der Polizeiinspektion in St. Veit ab. Dort schilderte er den Polizisten den Einbruch und versuchte, mit Schlägen vom 26-Jährigen weiter ein Geständnis herauszulocken.

Selamur I.: "Die Polizisten nahmen mir Fingerabdrücke ab und stellten fest, dass ich es nicht war." Für die Selbstjustiz wird sich der 39-Jährige jetzt verantworten müssen.

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