12.05.2022 10:23 |

In Cockpits „geklebt“

Russische Jets nutzen GPS-Navis zur Orientierung

Mit GLONASS verfügt Russland seit 1993 über ein eigenes Satelliten-Navigationssystem. Seine Luftstreitkräfte dürften in der Ukraine aber auf das von den USA ins Leben gerufene GPS-System zurückgreifen. Entsprechende Handgeräte wurden nach Angaben des britischen Verteidigungsministers Ben Wallace in abgeschossenen Kampfjets gefunden. Sie seien einfach „auf das Armaturenbrett geklebt“ worden.

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In einer Rede im National Army Museum in London gedachte Wallace der Gefallenen des Zweiten Weltkrieges und bezeichnete Russlands Einmarsch in die Ukraine als „sinnlos und selbstzerstörerisch“. Er fügte hinzu, es gebe Beweise dafür, dass die russische Militärtechnik durch den Einmarsch in die Ukraine an ihre Grenzen gestoßen sei.

„Es wurden GPS-Empfänger gefunden, die an die Armaturenbretter abgeschossener russischer Su-34 geklebt waren, damit die Piloten wussten, wo sie sich befanden, da ihre eigenen Systeme von schlechter Qualität waren“, zitierte der „Business Insider“ aus der Rede des britischen Verteidigungsministers.

Das Ergebnis sei, „dass Russland zwar über große Mengen an Artillerie und Panzern verfügt, die es gerne zur Schau stellt, aber nicht in der Lage ist, sie für kombinierte Waffenmanöver zu nutzen, und nur auf wahllosen Massenbeschuss zurückgreift“.

Garmin-Navis im Cockpit
Die erwähnte Su-34 des Herstellers Suchoi wurde noch zu Sowjet-Zeiten entwickelt, die offizielle Indienststellung erfolgte jedoch erst Ende 2011. Berichte über den Einsatz von GPS-Geräten in den Maschinen hatten bereits im syrischen Bürgerkrieg die Runde gemacht. Im Netz kursieren zudem Bilder, die die im Cockpit angebrachten Navis zeigen sollen. Unabhängig verifizieren lassen sich diese Angaben jedoch nicht.

Schlecht ausgerüstet
Die Ukraine hatte in den vergangenen Wochen mehrfach Beweise dafür vorgelegt, dass Russland versucht, Probleme mit altem Militärgerät zu beheben und den Mangel an Ausrüstung zu umgehen. Im April führten ukrainische Truppen eine angeblich russische Aufklärungsdrohne vor, die mit Klebeband umwickelt und mit einem gewöhnlichen Plastikflaschenverschluss als Treibstoffdeckel versehen worden war. Im März fanden ukrainische Truppen auf einem Schlachtfeld scheinbar russische Armeebandagen aus dem Jahr 1978.

Papierkarten aus den 80ern
In seiner Rede erwähnte Wallace dem Bericht zufolge, dass russische Fahrzeuge „häufig mit Papierkarten der Ukraine aus den 1980er-Jahren in ihnen gefunden werden“ und dass Soldaten „Kiefernstämme als behelfsmäßigen Schutz für Logistik-Lkws“ verwenden und „Überkopf-,Käfige‘ an ihren Panzern“ anbringen würden.

Russen schlachten Küchengeräte für Kriegsmaterial aus
US-Handelsministerin Gina Raimondo berichtete am Donnerstag indes, dass das Verbot für den Verkauf von Halbleitern und anderer Technologie an Russland Wirkung zeige. Das Verbot beeinträchtige die Fähigkeiten Russlands, militärische Ausrüstung herzustellen, so Raimondo. Laut Berichten aus der Ukraine sei russischen Militärgerät gefunden worden, bei denen aus Spülmaschinen und Kühlschränken ausgebaute Halbleiter verbaut worden waren.

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