Überlegung bis Herbst

JKU-Rektor verzichtet auf eilige Wiederbestellung

Oberösterreich
06.05.2022 11:00

Seit 1. Oktober 2015 ist der Jurist Meinhard Lukas Rektor der JKU, und mit 30. September 2023 endet seine zweite Periode. Die Frage, ob er eine dritte Periode anschließen möchte, hätte er schon jetzt beantworten können und in einem verkürzten Bestellungsverfahren einfach weitermachen können, sofern der Senat und der Universitätsrat das erlaubt hätten (wovon auszugehen wäre, obwohl dafür Zwei-Drittel-Mehrheiten nötig sind). Doch der Rektor braucht offenbar noch mehr Zeit zum Überlegen, was er tun möchte. Auch weil es Alternativen gibt, insbesondere möglicherweise bei der neuen Digital-TU, die aber gerade erst in den Aufbau kommt. Daher wird Lukas die Zeit bis zum normalen, uneiligen Ausschreibungsverfahren im Herbst als Nachdenkfrist nutzen. Bis dahin, also in etwa Oktober 2022, lässt er es sich offen, ob er sich wieder bewerben wird. 

Für den Fall, dass ein Uni-Rektor wie Lukas bleiben will, gibt es per Gesetz ein verkürztes Bestellungsverfahren ohne Ausschreibung, in dem der Betreffende bis Ende April, Anfang Mai mitteilen hätte müssen, ob er zu bleiben gedenkt. Ansonsten geht’s ab Herbst heurigen Jahres in den Ausschreibungsprozess. Rektor Lukas hat diese informelle Frist bis praktisch zum letzten Tag ausgenützt und heute, Freitag, überraschend zu einer Pressekonferenz eingeladen. Bei dieser teilt er mit, dass er auf das verkürzte Verfahren verzichtet und im Herbst dann - womöglich - beim normalen Ausschreibungsverfahren mitmacht. 

Der Rektor hätte Alternativen
Womöglich reizt es ihn aber, als Gründungspräsident zur neuen Digital-TU zu wechseln oder überhaupt an eine andere Uni, wo es auch schon Rufe nach ihm gibt. Oder er kehrt zu seinen Wurzeln zurück, zur Juristerei in Lehre, Forschung und Gutachtertätigkeit. Lukas selbst begründet seinen Schritt so: „Derzeit ist die ganze Aufmerksamkeit von Rektorat, Senat und Universitätsrat auf wichtige Weichenstellungen für die JKU rund um die Gründung der TU Linz gerichtet. Diese Gründung hat in jedem Fall gravierende Auswirkungen auf unseren Universitätsstandort und damit besonders auf die JKU, selbst wenn an der JKU alle Strukturen unverändert bleiben sollten. In den nächsten Wochen muss es uns vor allem darum gehen, die Position der JKU im Gesetzgebungsverfahren bestmöglich abzusichern. Eine Bewerbung um eine Wiederbestellung als Rektor, die gut überlegt und vorbereitet sein will, hat da kaum Platz.“

Wettbewerb der Ideen bei der Rektorswahl
Aufgrund dieser Entscheidung des amtierenden Rektors wird die Position nun also voraussichtlich im Oktober ausgeschrieben. „Es wird dann zwischen den Bewerber*innen zu einem Wettbewerb der Ideen und Konzepte zur Weiterentwicklung der JKU kommen. Im Sinne unserer Universität halte ich das nach zwei Rektoratsperioden für sehr angebracht,“ sagt Meinhard Lukas. Er selbst will erst im Oktober entscheiden, ob er sich neuerlich als Rektor der JKU bewirbt.

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