Spital zerstört
38 Tote bei Bombenanschlag in Afghanistan
Bei den Opfern handle es sich um Patienten des Krankenhauses sowie Mitarbeiter und Besucher. Über die Zahl der Opfer herrschte zunächst Verwirrung: Das Gesundheitsministerium sprach in einer ersten Mitteilung zunächst von einem "beispiellosen" Anschlag mit 60 Toten und 120 Verletzten, korrigierte die Zahlen am Samstagabend jedoch auf 20 Tote und 25 Verletzte. Am Sonntag dann erklärte die Gesundheitsbehörde der Provinz Logar, wo der Anschlag verübt wurde, bei dem Anschlag seien 38 Menschen getötet und 50 verletzt worden.
Karzai: "Grausam und dumm"
Das Gesundheitsministerium bezeichnete den Anschlag im sonst ruhigen Bezirk Asra in der Provinz Logar rund 75 Kilometer südlich von Kabul als "herzzerreißend". Das Attentat habe sich "gegen einen Ort, wo Wunden geheilt werden und Patienten behandelt werden", gerichtet, kritisierte das Ministerium und bekundete "Abscheu und Hass gegenüber den Tätern". Präsident Karzai verurteilte die Tat in einer Erklärung als "grausam und dumm".
Ein Mann, der in der Nähe des Krankenhauses lebt, sagte der Nachrichtenagentur AFP, er habe bei dem Anschlag sieben Angehörige, darunter zwei Kinder, verloren, die am Morgen ins Krankenhaus gegangen seien. Am Anschlagsort habe er viele Tote und Verletzte gesehen. "Viele von ihnen brannten, standen in Flammen", berichtete Abdul Rahman.
Taliban wiesen jede Verantwortung zurück
"Wir verurteilen diesen Angriff auf ein Krankenhaus", erklärte Taliban-Sprecher Sabihullah Mujahid. Wer auch immer dies getan habe, wolle "die Taliban verleumden". Die Aufständischen verüben oft Anschläge auf die Polizei und andere Behördenmitarbeiter sowie auf ausländische Soldaten. Die meisten Opfer gibt es nach UN-Angaben jedoch in der Zivilbevölkerung. Vergangenes Jahr starben demnach fast 2.800 bei Anschlägen und Kämpfen.
Erst am Freitag war auf einem Basar im Norden Afghanistans ein Bombenanschlag verübt worden. Die Zahl der Opfer stieg laut Innenministerium mittlerweile auf zehn Tote und 24 Verletzte. Auf dem Basar im Bezirk Khanabad in der Provinz Kunduz war ein an einem Fahrrad befestigter Sprengsatz detoniert. Örtliche Behördenvertreter machten die radikalislamische Taliban für den Anschlag verantwortlich.
Abzug von 10.000 US-Soldaten bis Ende des Jahres
Bei einer Konferenz zur Bekämpfung des Terrorismus in Teheran sagte Staatschef Karzai am Samstag, der Terrorismus breite sich "mehr als je zuvor in Afghanistan und seiner Region" aus und bedrohe die Existenz der dortigen Länder. Er unterzeichnete mit seinen Kollegen aus dem Iran und Pakistan eine Vereinbarung, um gemeinsam gegen den Terrorismus vorzugehen. US-Präsident Barack Obama hatte am Mittwoch angekündigt, ab Juli bis Ende des Jahres 10.000 der derzeit rund 99.000 US-Soldaten vom Hindukusch abzuziehen. Bis zum Sommer 2012 sollen insgesamt 33.000 Soldaten heimkehren. Die übrigen ausländischen Soldaten sollen bis 2014 die Sicherheitsverantwortung an die Afghanen abgeben und abziehen.
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