Zweite Amtszeit
UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon wiedergewählt
Bans zweite Amtszeit beginnt am 1. Jänner 2012 und läuft bis Ende 2016. Der frühere südkoreanische Außenminister hatte den Posten des UN-Generalsekretärs 2007 vom Ghanaer Kofi Annan übernommen. Er machte sich seitdem für Maßnahmen gegen die globale Erwärmung stark, setzte sich für die Leidtragenden von Naturkatastrophen ein und begann mit der Reform des mächtigen UN-Apparates. Unter ihm rückten zunehmend auch Frauen in die Spitzenposten der Vereinten Nationen. Menschenrechtler halten Ban vor, sich vor allem mit Blick auf den Umgang Chinas mit Dissidenten zu stark zurückgehalten zu haben. Bei den Umstürzen in der arabischen Welt prangerte er zuletzt aber Menschenrechtsverletzungen entschieden an.
"Die Aufgabe ist keine einfache, aber ich kann Ihnen die volle Unterstützung der Vollversammlung zusichern", sagte der Schweizer UN-Botschafter und Präsident der Vollversammlung, Joseph Deiss, nach langem Applaus für den wiedergewählten Generalsekretär.
Bans Wiederwahl galt als sicher, da sich keine Gegenkandidaten aufgestellt hatten. Bereits vorige Woche hatte sich der UN-Sicherheitsrat für eine Wiederwahl Bans ausgesprochen und eine entsprechende "Empfehlung" in Form einer Resolution an die Vollversammlung übermittelt.
Ban: "Bin ein unsichtbarer Mann"
Der 67-Jährige hat sich in seiner ersten Amtszeit keine Feinde gemacht. Richtig begeistert ist aber auch niemand von ihm. "Ich bin als unsichtbarer Mann bekannt", scherzte der blasse Spitzendiplomat einmal im Interview mit dem "Wall Street Journal". Als wolle er diesen Eindruck korrigieren, suchte Ban in den ersten viereinhalb Jahre seiner Amtszeit das Scheinwerferlicht, wo er nur konnte. Neben dem täglichen Handshake mit Staats- und Regierungschefs aus aller Welt ließ er keine Gelegenheit aus, sich in Pose zu stellen. Bei einem Besuch am Nordpol, der seinen Ruf als oberster Klimawächter untermauern sollte, ließ sich Ban kontrastbewusst im leuchtend roten Anorak ablichten.
Gönnt sich nur selten Verschnaufpausen
Mitarbeiter in Seoul, wo Ban den Posten des Außenministers bekleidet hatte, beschrieben ihn als ehrgeizigen und arbeitsamen Beamten, der sich nur selten Urlaub gönnt. Auch als Generalsekretär gönnt er sich wenige Verschnaufpausen. Ban ist deutlich mehr auf Achse, um in aller Welt nach dem Rechten zu sehen, als sein Vorgänger Kofi Annan. Im Vergleich zu dem charismatischen Afrikaner wirkt der Asiate aber trotz Trainings in den vergangenen Jahren noch immer steif.
Wegen seiner höflichen und bemüht verbindlichen Art hatte sich Ban daheim den Spitznamen "Glatter Aal" verdient. In New York bemühte er sich mit gemischtem Erfolg, dem Eindruck des konturlosen "Softies" zu begegnen. "Höflichkeit ist in Asien eine Tugend", sagt er. "Aber sie gilt für das Auftreten, nicht für Engagement und Führungsstärke."
Als Botschafter in Österreich
Der im Juni 1944 in einfachen Verhältnissen geborene Ban fing 1975 zunächst als Mitarbeiter bei den Vereinten Nationen an, bevor er Direktor der südkoreanischen Vertretung am UN-Hauptsitz in New York wurde. 1998 bis 2000 war er Botschafter seines Landes in Österreich. Während der 56. UN-Generalversammlung 2001/2002 stand er dem damaligen Präsidenten des Plenums, Han Seung Soo, als Chef des Exekutivbüros zur Seite.
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