Atomruine Fukushima

Dekontamination von Wasser im AKW abgebrochen

Ausland
18.06.2011 08:37
Die Reparaturen an der japanischen Atomruine Fukushima haben am Samstag einen erheblichen Rückschlag erlitten. Nur wenige Stunden nach Beginn der Arbeiten musste die Dekontamination von radioaktiv verseuchtem Wasser abgebrochen werden. Als Grund nannte ein Sprecher des Betreiberkonzerns Tepco, es sei eine höhere Konzentration von radioaktivem Cäsium als prognostiziert festgestellt worden.

Die Arbeiten waren ursprünglich bereits für Freitag geplant gewesen, aber wegen mehrerer Pannen bereits verschoben worden. Behörden hatten zu Wochenbeginn ihre Sorge darüber geäußert, dass große Mengen kontaminierten Wassers aus Fukushima ins Meer gelangen könnten, wenn nicht bald Schritte gesetzt werden. Bei einem ersten Testdurchlauf mit schwach verseuchtem Wasser hatte man laut Angaben der japanischen Atomaufsicht den Cäsium-Gehalt auf das gewünschte Niveau reduzieren können.

110.000 Tonnen verseuchtes Wasser 
Tepco hat seit dem Ausfall des Kühlsystems nach dem verheerenden Erdbeben samt Tsunami am 11. März große Mengen Wasser zur Kühlung in das havarierte AKW gepumpt. Der Umgang mit dem radioaktiven Wasser ist mittlerweile aber zu einem der größten Probleme in Fukushima geworden. Derzeit sollen sich rund 110.000 Tonnen hoch verseuchtes Wassers im Kraftwerk befinden.

Tepco droht das Problem jetzt endgültig über den Kopf zu wachsen. Das Unternehmen kann die Wassermengen kaum noch speichern, außerdem besteht die Gefahr von Lecks. Anfang April hatte Tepco bereits rund 10.000 Tonnen ins Meer abgelassen, was zu erheblicher Kritik der Nachbarländer China und Südkorea geführt hatte.

Entschädigungsgesetz verspricht Hilfe
Unterdessen brachte die Regierung in Tokio ein Gesetz auf den Weg, das bei der Entschädigung der Opfer der Katastrophe helfen soll. Das Gesetz sieht nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Kyodo die Schaffung eines Fonds vor, der Tepco bei den horrenden Entschädigungszahlungen unterstützt. 

In den Fonds sollen neben der Regierung auch andere Energieversorger Geld einzahlen. Tepco kündigte an, mithilfe des Fonds Entschädigungen "fair und prompt" zu zahlen. Der Konzern hoffe, dass das Gesetz dafür möglichst schnell beschlossen werde.

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