US-Häftlinge isoliert
Einzelhaft seit 39 Jahren – Amnesty fordert Aufhebung
Albert Woodfox und Herman Wallace sitzen im Bundesstaat Louisiana in Einzelzellen, seit sie 1972 wegen der Ermordung eines Gefängniswärters verurteilt wurden. Laut Amnesty müssen sie 23 Stunden täglich allein in ihren jeweils zwei mal drei Meter kleinen Zellen verbringen. Selbst der Zugang zur Bildung oder zu einer Tätigkeit innerhalb des Gefängnisses sei ihnen laut Amnesty in den letzten 39 Jahren verwehrt geblieben. Zudem ist der Konsum von Büchern, Zeitungen und Fernsehen sehr stark eingeschränkt. Auch Telefonate und Besuche von Angehörigen wurden auf ein Minimum reduziert.
Selbst die wenigen Stunden, die die beiden Männer außerhalb der Zelle verbrigen dürfen, sind sie meist vollkommen alleine. Bei schönem Wetter dürfen sie beispielsweise drei Mal pro Woche zur Erholung in einen kleinen Outdoor-Käfig. Ansonsten stehen ihnen noch vier Stunden pro Woche zu, die sie zum Duschen oder zum Spazierengehen am Gefängnisgang nützen können.
Isolationshaft nicht gerechtfertigt
Laut Amnesty gibt es keinen Grund für die Isolationshaft. Hinzu kommt, dass nicht einmal bewiesen ist, dass Woodfox und Wallace den Gefängniswärter tatsächlich ermordet haben. Die beiden Männer saßen eigentlich wegen bewaffneten Raubüberfalls hinter Gittern, doch plötzlich fanden sie sich erneut auf der Anklagebank. Laut Amnesty soll es allerdings keine handfesten Beweise für die Tat geben, zudem seien entlastende DNA-Proben verschwunden. Das ganze Verfahren soll sich sehr fragwürdig gestaltet haben. Nach der Verhandlung hätte sich laut Amnesty außerdem herausgestellt, dass einer der Augenzeugen Schmiergeld kassiert hatte und dass der Staat Beweise zurückhalte.
Die beiden Häftlinge haben die Behörden von Louisiana wegen Verstoßes gegen die US-Verfassung verklagt. Laut Amnesty sei kein weiterer Fall in den USA bekannt, in dem Menschen über einen solch langen Zeitraum einer derartigen Beschränkung ihrer sozialen Kontakte unterworfen worden seien.
Symbolbild
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