Das Glück stand der Alpinistin bei bisher insgesamt sechs Gipfelversuchen nicht zur Seite. Doch diesmal ist alles anders: Zum einen hat Kaltenbrunner erstmals seit 13 Jahren keine Frühjahrsexpedition in den Knochen, zum anderen probiert sie zum ersten Mal, den K2 von China aus über die wenig bestiegene Nordseite zu erklimmen. Zudem ist sie Teil eines erfahrenen sechsköpfigen Teams, zu dem ihr deutscher Ehemann Ralf Dujmovits, der Argentinier Tommy Heinrich, die Kasachen Maxut Zhumayev und Vassiliy Pivtsov sowie der Pole Darius Zaluski gehören.
Neue Route ist vermutlich sicherer
Die neue Route übt auf Kaltenbrunner einen großen Reiz aus: "Das ist für mich wie ein anderer Berg. Natürlich ist es der K2, aber von einer völlig anderen Seite." Über den äußerst steilen Nordpfeiler soll es in vier Etappen zum Gipfel gehen. "Wir hoffen, dass diese Route sicherer ist als die Südseite. Dadurch, dass es die Nordseite ist, gibt es weniger Sonne und damit hoffentlich weniger Steinschlaggefahr", gibt sich die Oberösterreicherin optimistisch.
Schreckliches Unglück der letzten Expedition "gut verarbeitet"
Durch diese Routenwahl entgeht sie auch der gefährlichen "Flaschenhals"-Passage, wo im vergangenen Jahr der Schwede Fredrik Ericsson vor ihren Augen abgestürzt und gestorben ist (siehe Infobox). "Ich vergesse das sicher ein Leben lang nicht, aber ich glaube, dass ich es für mich gut verarbeitet habe", sagte Kaltenbrunner.
Kaltenbrunner wird keine Risiken eingehen
Angst vor einem erneuten Scheitern hat die 40-Jährige nicht: "Wenn alles passt, dann klappt's. Und wenn irgendetwas nicht passt, werde ich auch ein siebentes Mal umdrehen. Ich werde sicher nichts übers Knie brechen." Sollte sie den Gipfel des K2 erreichen, wäre sie die erste Frau, die sämtliche 14 Achttausender ohne zusätzlichen Sauerstoff erklommen hätte. Die Südkoreanerin Oh Eun-Sun und die Spanierin Edurne Pasaban sind bereits auf allen Achttausendern gestanden, haben aber teilweise künstlichen Sauerstoff verwendet.
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