17.03.2022 12:50 |

Verschärft Teilemangel

Erdbeben in Japan legt Chip-Produktion lahm

Das Erdbeben in Japan verschärft den Teilemangel in der Automobilindustrie: Der japanische Chiphersteller Renesas und der Zulieferer Murata mussten ihre Produktion wegen des Bebens im Nordosten des Landes am Donnerstag teilweise einstellen. Renesas teilte mit, den Betrieb in zwei Halbleiterfabriken ganz und in einer weiteren teilweise gestoppt zu haben. Dazu zähle die Anlage in Naka, die Chips für die Autoindustrie produziert. Murata teilte mit, den Betrieb nach dem Erdbeben in vier Fabriken eingestellt zu haben. In einer Anlage sei ein Feuer ausgebrochen.

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„Wir bewerten die Auswirkungen des Erdbebens auf unsere gesamte Lieferkette“, erklärte Renesas. Zurzeit würden die Schäden im Werk, auch in den empfindlichen Reinräumen, unter die Lupe genommen. Die Branche litt zuletzt ohnehin unter einem Halbleitermangel und musste deswegen ihre Produktion drosseln.

Renesas gilt als wichtiger Zulieferer, da der Konzern fast ein Drittel aller Mikrocontroller-Chips herstellt, die weltweit in Autos verbaut werden. Murata ist einer der weltweit führenden Anbieter von Keramikkondensatoren, die in Smartphones, Computern und Autos verwendet werden.

Auch andere Branchen betroffen
Auch andere Branche reagierten auf das Beben. Der Raffineriekonzern Eneos stoppte den Betrieb in mehreren Erdölraffinerien. Der Autobauer Toyota strich in zwei Fabriken die Tagschicht, nachdem die Arbeiter in der Nacht evakuiert worden waren. Die Arbeit in den beiden Fabriken werde zunächst gedrosselt wieder aufgenommen, am Freitag dürfte sie wieder komplett laufen, erklärte der Autobauer.

Beben vor der Küste von Fukushima
Bei dem Beben der Stärke 7,4, das sich am Mittwoch kurz vor Mitternacht (Ortszeit) vor der Küste von Fukushima in einer Tiefe von 60 Kilometern ereignet hatte, starben vier Menschen und mehr als hundert wurden verletzt. Auch mehrere Stunden nach dem Erdbeben waren Tausende Haushalte ohne Strom und Wasser, zeitweise war der Strom auch in Teilen der über 300 Kilometer entfernten Hauptstadt Tokio ausgefallen. Der Betrieb des Shinkansen-Hochgeschwindigkeitszuges wurde eingestellt.

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