Machtwechsel

Südkorea: Rechtskandidat gewinnt Präsidentenwahl

Ausland
09.03.2022 20:55

Die Südkoreaner haben den rechtskonservativen Oppositionspolitiker Suk Yeol Yoon zum neuen Präsidenten gewählt. Der Kandidat der Mitte-Links-Regierungspartei, Myung Jae Lee, habe seine Niederlage eingeräumt und Yoon zum Sieg bei der Präsidentenwahl gratuliert, meldete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap. Yoon bezeichnete seine Wahl als „großen Sieg des Volkes“. Er hatte auch eine härtere Gangart im Atomkonflikt mit Nordkorea angekündigt.

Yoon und Lae hatten sich bei der Wahl ein knappes Rennen um die Nachfolge von Präsident Moon Jae-in geliefert, dessen Amtszeit im Mai endet. Die Wahlbeteiligung lag bei 77,1 Prozent, wie die staatliche Wahlkommission am Mittwoch mitteilte. Damit lag sie nur leicht unter dem Wert der Wahl 2017.

Vor fünf Jahren erlitten die Konservativen noch eine schwere Niederlage
Der ehemalige Generalstaatsanwalt Yoon rief während des Wahlkampfes die Bürger dazu auf, einen Machtwechsel herbeizuführen. Vor fünf Jahren hatten die Konservativen eine deutliche Niederlage erlitten. Yoon, der für die größte Oppositionspartei, Partei Macht des Volkes, kandidiert, gilt als politischer Neuling.

Lee, der bis zum vergangenen Oktober Gouverneur der nordwestlichen Provinz Gyeonggi war, hat sich zum Ziel gesetzt, die Politik des Landes zu erneuern.

Streit um nordkoreanisches Atomwaffenprogramm
Lee will im Fall eines Sieges wie Moon trotz des Streits um das nordkoreanische Atomwaffenprogramm weiter auf das Nachbarland zugehen und dabei neue Ansätze verfolgen. Yoon, der für die größte Oppositionspartei, Partei Macht des Volkes (PPP), kandidierte, warf der Regierung Versagen im Umgang mit Nordkorea vor. Von ihm wird eine härtere Gangart gegen Pjöngjang erwartet, sollte er die Wahl gewinnen. Beide Kandidaten hatten sich eine deutliche Erholung der Wirtschaft von den Folgen der Corona-Pandemie zum Ziel gesetzt.

Überschattet war die Wahl von sprunghaft steigenden Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden überstieg die Zahl der täglich erfassten Fälle am Dienstag erstmals 300.000. Um auch infizierte Personen wählen zu lassen, sollen die Wahllokale noch eineinhalb Stunden nach der sonst regulären Schließung um 18 Uhr (10 Uhr MEZ) geöffnet bleiben.

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