Mit WHO-Hilfe
Nun nimmt Afrika Vakzin-Produktion selbst in Hand
Die globale Verteilung der Corona-Impfstoffe läuft sehr schleppend. So sind in Afrika erst rund zwölf Prozent der Bevölkerung geimpft, während es in der EU mehr als 70 Prozent sind. Afrikanische Länder fordern daher eine vorübergehende Freigabe der Impfstoff-Patente - was Europa bisher verweigert. Unter anderem dieses Problem ist Thema des derzeit stattfindenden EU-Afrika-Gipfels in Brüssel. Nun scheint sich ein Ausweg abzuzeichnen. Bald könnten in Afrika dringend benötigten Vakzine auf dem Kontinent selbst hergestellt werden.
In sechs Ländern Afrikas soll mit Unterstützung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in absehbarer Zeit patentfreier mRNA-Impfstoff produziert werden. Die WHO gab am Freitag beim EU-Afrika-Gipfel die Standorte Südafrika, wo der erste afrikanische mRNA-Impfstoff entwickelt wird, Ägypten, Kenia, Nigeria, Senegal und Tunesien bekannt. Die Länder sollen jetzt die nötige Technologie erhalten und bei der Ausbildung der Fachkräfte unterstützt werden.
Die Corona-Pandemie habe gezeigt, wie gefährlich es sei, auf einige wenige Impfstoffhersteller angewiesen zu sein, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Er kritisiert seit Monaten scharf, dass reiche Länder sich einen Großteil der Corona-Impfstoffproduktion mit Vorverträgen sicherten und viele Länder monatelang praktisch leer ausgingen. Mehr als 80 Prozent der Bewohner Afrikas hätten bis heute noch nicht einmal die erste Impfdosis erhalten, sagte er.
Afrikanischer Impfstoff soll 2023 fertig sein
Die WHO wählte Südafrika 2021 als mRNA-Zentrum, um den ersten afrikanischen Corona-Impfstoff zu entwickeln. Von dort soll die Technologie lizenzfrei an Länder mit niedrigen und mittleren Einkommen geliefert werden. Der Impfstoff soll 2023 fertig sein. Er verletzt nach Angaben der WHO keine Patente. Neben Corona-Impfstoffen sollen in den Ländern auf Basis von mRNA-Technologie später auch andere Medikamente hergestellt werden können, etwa Insulin, Krebsmedikamente oder solche gegen Malaria, Tuberkulose oder HIV.







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