Was Reisende so alles in Bahnhöfen und Zügen vergessen. Mehr als 2200 Fundstücken waren es im vergangenen Jahr allein in Tirol. Die „Krone“ hat sich auf die Suche nach den verlorenen Schätzen gemacht.
Sie wurde sichtlich gerne gezupft und hat wohl so manchen erfolgreichen Auftritt hinter sich. Jetzt ist sie verstummt und steht ohne Bühne da. Die Rede ist von jener schwarzen Gitarre, die Monate geduldig im ÖBB-Lost&Found-Büro am Hauptbahnhof Innsbruck auf ihren Besitzer wartete. Im August wurde das Instrument dort in einem Schließfach eingesperrt und nicht mehr abgeholt.
Was nicht abgeholt wird, kommt ins Fundbüro
Die Gitarre wurde mittlerweile zum Fundamt der Stadt Innsbruck gebracht. Wie alle Gegenstände, die drei Monate nicht bei den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) abgeholt werden. Und das sind einige! „Insgesamt haben wir im Vorjahr 2254 Fundgegenstände aufbewahrt. Davon sind 1443 nach der Frist weiter an den Magistrat Innsbruck oder zu Gemeinden geliefert worden“, zieht Andreas Dietrich, Gebietsleiter West der ÖBB-Tochter Mungos Bilanz. Was ihn freut: „811 Gegenstände fanden über uns erfolgreich zu ihren rechtmäßigen Besitzern zurück.“
„Schönes Gefühl, wenn Dinge zurückfinden“
Auch ÖBB-Mitarbeiter Daniel Matzneller freut das besonders. Er sitzt am Lost&Found-Schalter und darf in die erleichterten und glücklichen Gesichter schauen, wenn das Handy, das Kuscheltier oder die Aktentasche in Empfang genommen wird. Fast wie das Christkind kommt er sich da vor. „Es ist immer ein schönes Gefühl, wenn vergessene oder verlorene Gegenstände zu ihren rechtmäßigen Besitzern zurückfinden“, meint Matzneller.
Hunderte Mobiltelefone, Rucksäcke und Brillen
Ganz oben auf der Liste der verlorenen Schätze stehen Handys. 304 Stück wurden im Tiroler ÖBB-Fundbüro im vergangenen Jahr abgegeben. Was die Zugbegleiter zwischen Bänken und auf Ablagen auch häufig finden, sind Rucksäcke. 178 zählt die Lost&Found-Statistik aus Tirol. Ebenfalls häufig vergessen werden Brillen. 143 Stück waren es 2021.
Die Klassiker unter den Fundstücken sind Kleidung, Ausweise und Schlüssel. Doch auch Ungewöhnliches wie Krücken, Zahnprothesen oder Autoreifen werden zurückgelassen. Und gar nicht so wenige Instrumente: Österreichweit waren es im Vorjahr 67. Ein ganzes Orchester, das stumm die „Hol mich ab“-Polka spielt.
Schnellere Suche im Internet
Die Österreichischen Bundesbahnen haben vor Kurzem eine neue digitalisierte und automatisierte Verlusterfassung und Suche nach verlorenen Gegenständen im Internet etabliert. Damit lässt sich Verlorenes einfach online melden, suchen, wiederfinden und zurückgeben.
Information dazu unter: http://infrastruktur.oebb.at/lostandfound
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.