GUTEN MORGEN

Impflotterie-Verlierer | Hausverstand genügt

Impflotterie-Verlierer. Jeder zehnte Stich zählt und gewinnt Gutscheine im Wert von 500 Euro, so verhießen es der aktuelle türkise Bundeskanzler, Karl Nehammer, und sein grüner Vize Werner Kogler vor gut zwei Wochen, als sie die große Impflotterie ankündigten. Nun sieht es ganz danach aus, dass Nehammer und Kogler weder stechen noch gewinnen, sondern verlieren - denn so wie es sich die beiden Regierungsspitzen vorgestellt hatten, läuft es nicht. Nun steht überhaupt in den Sternen, ob es je eine Impflotterie (genannter Aufwand: mehr als eine Milliarde Euro) geben wird. Denn man war - Hand in Hand mit SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner - mit der Ankündigung vorgeprescht, ohne sich über die konkrete Ausgestaltung Gedanken zu machen. Angekündigt war ja unter anderem, dass der ORF die Lotterie abwickeln werde - was dieser aber weder will noch kann bzw. darf. So teilt die Regierung nun mit, es werde gemeinsam mit der SPÖ an der Entwicklung „rechtskonformer Alternativen“ gearbeitet. Im Raum stehen andere Partner als der ORF, die Rede ist vor allem aber auch von einer Verschiebung um einige Monate. Wer würde sich wundern, wenn die Lotterie ein ähnliches Schicksal erleiden würde wie die Impfpflicht. Die gilt zwar nun seit gestern. Aber ob sie je vollzogen wird - daran zweifeln viele.

Hausverstand genügt. Zweifeln an den Leistungen dieser Regierung - das scheint ohnehin in hohem Maße angebracht. Daran lässt auch „Krone“-Autorin Conny Bischofberger in ihrer heutigen Kolumne unter dem bezeichnenden Titel „Fettnäpfchen“ keinen Zweifel. Da verweist sie unter anderem auf die Aufhebung der (aller)meisten Corona-Maßnahmen in zahlreichen europäischen Ländern, während Österreich von einem Fettnäpfchen ins nächste stolpere - etwa mit der Rückkehr zu 3 G im Handel und in der Gastronomie. Bischofberger schreibt: „Ungeimpfte dürfen demnach wieder shoppen bzw. ins Wirtshaus gehen, obwohl Phase 1 der Impfpflicht bereits begonnen hat.“ Bischofberger gönnt das den Ungeimpften „von ganzem Herzen“. Aber sie denke „wie der Wiener Bürgermeister, der meinte, 3 G UND Impfpflicht sei ,intellektuell schwer auf die Reihe zu bringen´.“ Denn einerseits gebe der Staat einer Gruppe, die „nur“ genesen oder getestet ist, ihre Freiheiten zurück, andererseits verpflichte er alle Bürger per Gesetz zur Impfung. Ja: Das ist nicht nur intellektuell schwer auf die Reihe zu bringen. Dafür müsste schon der vielgepriesene Hausverstand genügen.

Einen schönen Samstag!

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