BMW-Vorstandschef Oliver Zipse warnt vor einem zu frühen und unüberlegten Verbot von Verbrennungsmotoren. Der Weltmarkt sei noch längst nicht so weit.
Die Elektromobilität sei zwar heute das am stärksten wachsende Marktsegment, sagte er am Mittwoch bei der CSU-Klausurtagung. „Das größte Marktsegment absolut ist aber mit großem Abstand in Deutschland, aber auch in Europa und weltweit, der Verbrenner. Bevor man so etwas innerhalb von acht oder zehn Jahren einfach abschaltet, muss man gut wissen, was man da tut.“
„Damit ist dem Klima nicht geholfen“
Wenn man versuche, diese Technologie in Deutschland und Europa zu verbieten, der Weltmarkt aber noch gar nicht so weit sei, werde man diese Technologie auch im Weltmarkt verlieren, sagte Zipse. „Daher warnen wir auch davor, das zu früh zu tun und nicht der Transformation eine Chance zu geben, sich mit den Märkten zu entwickeln.“ Schädlich wäre es, wenn man eine Technologie, in der man eine Weltmarktstellung besitze, ohne Not einfach aufgeben würde - „und andere dann genau in dieses Marktsegment einfach reingehen“, sagte der BMW-Chef. „Ich glaube, damit ist weder dem Klima noch sonst irgendjemandem geholfen.“
CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt, bis Herbst 2017 deutscher Verkehrsminister, warnte vor einer einseitigen Fokussierung auf die E-Mobilität. „Der Verbrennungsmotor hat den Wohlstand in Deutschland über Jahrzehnte mit gesichert, Arbeitsplätze und Wertschöpfung geschaffen. Und deswegen darf er nicht einseitig aus ideologischen Gründen aufgegeben werden.“ Man müsse ihn weiter entwickeln in Richtung CO2-Neutralität. Das sei mit synthetischen Kraftstoffen möglich.
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