Der wunderschöne, pechschwarze Friese „Jelte“ gehört zu den größten und stattlichsten Pferden, das vom Österreichischen Tierschutzverein in der Pferdeklappe im Tiroler Reutte betreut wird. Für den Neuzugang ist das ein sehr großes Glück, denn seine Zukunftsaussichten waren weniger schön, und hätten fast den Tod des Pferdes bedeutet.
Was ist passiert? „Jelte erlitt einen Nageltritt, zusätzlich hat sich auch eine Hufrehe entwickelt. Beides wurde nicht optimal behandelt und trug schlimme Folgen mit sich. Deswegen hätte Jelte eingeschläfert werden sollen", erzählt Ingrid Schätzle, die Hofleiterin der Pferdeklappe. Doch was bedeutet das genau: Ob der schöne Friese bei einem Ausritt auf einen Nagel gestiegen ist, oder ob ein Hufschmied beim Beschlagen einen Nagel falsch gesetzt hat, kann heute nichtmehr festgestellt werden.
Am seidenen Faden
Beide Szenarien wären grundsätzlich nicht so schlimm gewesen, wenn das Pferd danach richtig behandelt worden wäre. „Ist es aber nicht“, sagt Stefan Seelos, der als Hufschmied versucht Jeltes Hufe zu retten und ergänzt: „Ich arbeite nun seit über 30 Jahren als Hufschmied, aber so etwas habe ich noch nie gesehen.“
Beim Beschlag dieses Pferdes, ist so ziemlich alles falsch gemacht worden, was man falsch machen kann.
Stefan Seelos, Hufschmied
Handwerkliche Fehler
Dieselben Töne schlägt Hofleiterin Ingrid Schätzle an. Die holländische Pferde-Expertin lässt dem schwarzen Riesen eine spezielle Behandlung zukommen. „Das beginnt bei einem eigenen Futter, der Untergrund muss ganz ein spezieller sein und natürlich machen wir eine intensive Bewegungstherapie“, erklärt sie. Hufschmied Seelos trägt seine große Erfahrung zur Heilung bei. Das größte Problem war, dass bei der Anbringung der Hufeisen ein spezieller Kleber verwendet wurde, der das Hufbein von innen angegriffen und weggeätzt hat.
Warum solch ein Kleber verwendet wurde, verstehen weder Schätzle noch Hufschmied Seelos. „Für mich ist eines klar: derjenige, der diesen Beschlag gemacht hat, hat definitiv keine fundierte Ausbildung genossen. Sonst würde man ja nicht mal auf solch eine Idee kommen“, ärgert sich der Hufschmied.
Mühsamer Heilungsprozess
Nun muss Jeltes Huf komplett rekonstruiert werden. Das ist nicht nur eine sehr aufwändige Arbeit und erfordert enormes Spezialwissen, die Rekonstruktion ist auch extrem kostenintensiv. “Ob die Rekonstruktion gelingt, ist nicht garantiert. Und wenn alles klappt, kann noch nicht gesagt werden, wie lange es dauern wird. Aber Jeltes Chancen stehen sehr gut irgendwann wieder normal gehen zu können, eventuell sogar wieder als Reitpferd arbeiten zu können„, sagt der Hufschmied.
Unterstützung nötig
Eine Hoffnung, die alle Mitarbeiter des Österreichischen Tierschutzvereins teilen. Ist Jelte ob seines ruhigen und souveränen Wesens doch ein Traumpferd, das seinen Herzensmenschen mehr als nur verdient hat. Der Österreichische Tierschutzverein bittet um finanzielle Unterstützung, damit dieser wunderschöne Wallach wieder „auf die Beine kommen“ kann.
Spendenkonto des Österreichischen Tierschutzvereins
IBAN: AT38 6000 0000 9321 5400 BIC: BAWATWW
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