Ein Kandidat der rechtsextremen türkischen Gruppierung schaffte es auf die Neos-Kandidatenliste in Telfs. Landeschef Dominik Oberhofer zog sofort die Reißleine, als er von der „Krone“ davon erfuhr.
Unterwandert werden von einer ausländischen, rechtsextremen Gruppierung: Das ist wohl die Horrorvorstellung einer jeden demokratischen Partei nicht nur in Tirol. Damit das nicht passiert, wird jeder Kandidat, der sich auf einer Liste aufstellen lassen will, durchleuchtet. Sprich: Parteimitarbeiter sind gefordert, mit Hilfe der Suchmaschinen im Internet das eine oder andere Kritische herauszufinden, das im Widerspruch zu den Parteistatuten steht, schlimmer noch: Das im Widerspruch zu demokratischen Gepflogenheiten steht.
Entsetzen bei Parteien
Dass dabei so manches unter dem Parteiradar hindurch fliegt, mussten die NEOS im aktuellen Gemeinderatswahlkampf nun schmerzhaft am eigenen Leib erfahren: Ein (mittlerweile gelöschter) NEOS-Kandidat in Telfs wurde dabei ertappt, wie er am Grab eines türkischen Faschisten den Wolfsgruß zeigt, das Erkennungszeichen der türkischen Rechtsextremen. Auf deren Konto sollen in den 1970er-Jahren etwa auch einige politische Morde gehen. Das Entsetzen über die Fotos bei den anderen Parteien war jedenfalls groß.
Oberhofer: „Null Toleranz“
Die „Krone“ konfrontierte NEOS-Chef Dominik Oberhofer mit den Recherchen. Er reagierte schockiert: „Extremistische Gesten sowie Symbole haben bei uns keinen Platz und solche Bilder haben umgehend Konsequenzen! Der Betroffene wird nicht mehr für die NEOS kandidieren, wurde sofort von der Liste gestrichen und jegliche Zusammenarbeit mit ihm wird eingestellt. Wir stehen klar für eine liberale Gesellschaft und haben null Toleranz gegenüber solchem Gedankengut.“ Glück für Oberhofer ist: Der Betreffende hatte sich im Internet selbst verraten.
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