Mo, 18. Juni 2018

Schlimmer Rekord

02.05.2011 14:00

Drogenkrieg in Mexiko forderte im April 1.400 Tote

Der Drogenkrieg in Mexiko wird immer grausamer: Über 1.400 Menschen sind Medienberichten zufolge im April in dem Land getötet worden, so viele wie nie zuvor in einem Monat. Der bisherige "Rekord" lag bei 1.322 im August des vergangenen Jahres, wie die Tageszeitung "Milenio" am Sonntag meldete. Die meisten Morde geschahen wie auch in den Monaten und Jahren zuvor im Norden, wo sich die Drogenkartelle wegen der Schmuggelrouten bekämpfen. Und auch am Wochenende ging das Morden weiter.

Etwa 450 Leichen seien in sogenannten "Narco"-Gräbern gefunden worden, wo die Kartelle ihre Opfer verschwinden lassen. Die Mehrzahl der in den Massengräbern Verscharrten sind Migranten aus dem Süden Mexikos und aus Zentralamerika. Sie gerieten auf ihrem Weg in die USA in die Gewalt organisierter Banden, die sich darauf spezialisiert haben, Migranten zu erpressen.

Mordserie in Mexiko reißt nicht ab
Aus dem Badeort Acapulco im südostmexikanischen Bundesstaat Guerrero wurden am Wochenende erneut 16 Morde gemeldet. Die Opfer seien in verschiedenen Teilen der Stadt erschossen worden, teilte die Polizei mit. In der Touristenhochburg wurden in der Vergangenheit immer wieder Gewalttaten verübt, die die Behörden auf Bandenrivalitäten zurückführten.

Zudem machte die mexikanische Armee in Santiago Papasquiaroeinen einen erschreckenden Fund: In neun Plastiksäcken und einem Fass entdeckten sie verkohlte Teile von toten Menschen. Gerardo Ortiz von der Staatsanwaltschaft von Durango erklärte, noch sei unklar, wie viele Leichen verbrannt worden seien.

Die Stadt liegt im sogenannten Goldenen Dreieck der drei mexikanischen Bundesstaaten Durango, Sinaloa und Chihuahua, in dem Drogenbanden Marihuana und Opium, den Rohstoff für Heroin, anbauen lassen. In Durangos Hauptstadt wurden seit 11. April insgesamt 104 in Massengräbern verscharrte Tote entdeckt. Obwohl die meisten von ihnen noch nicht identifiziert wurden, gehen die Behörden davon aus, dass ihr Tod im Zusammenhang mit dem Drogenkrieg in Mexiko steht.

Drogenkrieg forderte bereits 34.600 Todesopfer
Bei den blutigen Auseinandersetzungen zwischen den Sicherheitskräften und den Drogenkartellen sowie den Drogenbanden untereinander starben seit Ende 2006 mindestens 34.600 Menschen. Damals hatte Staatschef Felipe Calderon eine landesweite Offensive gegen den Drogenhandel gestartet.

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