200 Kilo Kokain:

Beim „Schnee“ ging es nicht nur ums Wetter . . .

Falls er kein Drogenbaron ist, dann auf jeden Fall ein Nachfolger des Barons Münchhausen: 200 Kilo Kokain im Wert von 16 Millionen Euro soll ein 30-Jähriger aus der Dominikanischen Republik zu uns schmuggeln haben lassen. Beim Prozess in Linz sagte er, beim Wort „Schnee“ sei es in Chats nur ums Wetter gegangen.
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Sieben Bandenmitglieder wurden bereits teils zu Haftstrafen verurteilt. Der bullige mutmaßliche Bandenboss stand am Mittwoch in Linz vor Gericht. Der dreifach einschlägig vorbestrafte Österreicher mit dominikanischen Wurzeln war im April 2021 am Flughafen in Mailand festgenommen worden. Er soll mit Angehörigen Kokainlieferungen aus der Dominikanischen Republik organisiert haben. Teilweise wurde das Suchtgift in Koffergestängen transportiert, teils in kleinen Trommeln als Schlüsselanhänger versteckt. Lieferungen gingen laut Anklage auch nach Spanien, Italien und in die USA.

Spitze des Eisbergs
Laut Staatsanwalt handelt es sich bei 200 Kilo nur um die Spitze des Eisbergs. Verteidiger Andreas Mauhart lobte zunächst die Arbeit der Linzer Staatsanwaltschaft, um dann über die aktuelle Anklage zu lästern: „Sie ist die schlechteste, die ich jemals gelesen habe.“ Es seien aus dem Zusammenhang gerissene Indizien.

Kaum geständig
Der Angeklagte gestand nur, einmal 200 Gramm Kokain verkauft zu haben. Fotos von Banknoten-Bündeln und Pistolen auf seinem Handy würden von einer Firma stammen, die einen Handel mit medizinischen Produkten betreibe. In belastenden Chats sei es um Deos gegangen. Das Urteil wird Freitagabend erwartet.

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Freitag, 28. Jänner 2022
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