12.12.2021 12:55 |

Adventsgespräche

Karate-Ass Bettina Plank in Weihnachtsstimmung

Karate-Ass Bettina Plank hat im Sommer mit dem Gewinn der olympischen Bronzemedaille Vorarlberger Sportgeschichte geschrieben. Jetzt freut sie sich auf entspannte Feiertage gemeinsam mit der Familie im Ländle.

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Krone: Du hast eine anstrengende, erfolgreiche und vor allem emotionale Saison hinter dir. Worauf freust Du Dich in der Weihnachtszeit am meisten?

Bettina Plank: Auf Zeit. Zeit mit der Familie. Keinen Stress und einen leeren Terminkalender zu haben. Darauf, dass man den Tag einfach mal so nehmen kann, wie er kommt.

Krone: Wofür nimmst Du Dir über die Feiertage sonst noch Zeit?

Plank: Da gibt es etwas Neues, das ich für mich entdeckt habe, und zwar das Nähen. Aber es ist eigentlich nicht erwähnenswert, da ich noch Anfängerin bin. Ansonsten freue ich mich darauf, mal einen schönen Film zu schauen, bei einem Glühwein zu entspannen und gute Gespräche zu führen. Ganz klassisch relaxen eben. Ich liebe es auch, die Weihnachtsgeschenke schön herzurichten und zu verpacken.

Krone: Du kommst aus Vorarlberg, lebst in Linz. Wo wirst Du Weihnachten verbringen?

Plank: Für mich ist es Pflicht, Weihnachten daheim bei der Familie zu verbringen. Das heißt, ich werde Weihnachten natürlich in Vorarlberg verbringen. Da gibt es für mich überhaupt keine Diskussion.

Krone: Gibt es Orte, an denen Du an Weihnachten besonders Kraft schöpfen kannst?

Plank: Definitiv in Vorarlberg bei meiner Familie. Normalerweise machen wir jedes Jahr eine Winterwanderung, beispielsweise mit Schneeschuhen den Bürserberg hinauf. Das ist unser Hausberg. Früher sind wir mit dem Skilift rauf und heute ist es eben eine Wanderung. Es wäre auch schön, wenn ich mal wieder zum Skifahren käme. Früher stand ich fast jedes Wochenende auf den Skiern, seit zehn Jahren habe ich es aber kein einziges Mal auf die Piste geschafft. Ich sollte mich wohl sehr, sehr vorsichtig herantasten. Vielleicht wäre es ohnehin besser, wenn ich heuer nur die Rodel aus dem Keller hole.

Krone: Was darf im Hause Plank über die Feiertage nicht fehlen?

Plank: Eine ganz große Tradition hat bei uns das Keksebacken. Da ist meine Mama ein bisschen verrückt. Letztes Jahr waren es 24 verschiedene Sorten, heuer 14. Wobei ich gestehen muss, dass ich die vergangenen Jahre beim Kekseback-Wochenende oft gefehlt habe. Aber beim Essen helfe ich gut mit, da bin ich super! Besonders die Ischler Törtchen mit Marmelade haben es mir angetan. Ich bin also eher diejenige, die die Lieferungen mitnimmt (lacht).

Krone: Gehört Singen im Kreis der Familie zum weihnachtlichen Programm?

Plank: Früher wollte ich so gar nicht singen. Inzwischen ist es so, dass ich sogar darauf bestehe, dass wir ein paar Lieder zum Besten geben. „Stille Nacht, heilige Nacht“ singen wir eigentlich jedes Jahr. Ich habe unsere Performance mal mit dem Handy aufgenommen - eigentlich hatten wir uns für einen ganz passablen Chor gehalten, die Tonaufnahme hat das aber eindeutig widerlegt. Es war schrecklich!

Krone: Wir sieht es mit dem Gang in die Christmette aus?

Plank: Früher sind wir hin und wieder in die Kirche gegangen, heute aber nicht mehr.

Krone: Was geht für Dich an Weihnachten gar nicht?

Plank: Stress. Wobei ich sagen muss, dass ich heuer überraschend entspannt und außergewöhnlich früh in Weihnachtsstimmung bin. Das ist bei mir leider nicht die Regel: Normalerweise dauert die Saison ja recht lange und dann steht Weihnachten plötzlich vor der Tür und überrollt mich ein bisschen. Da hätte ich mir häufig ein wenig mehr Ruhe gewünscht. Besonders dann, wenn in den Tagen vor dem Fest noch viel zu erledigen ist. Da stressen einen dann auf einmal auch Dinge, die ansonsten Freude bereiten, etwa das Geschenkeeinpacken. Das ist eigentlich komplett unnötig. Insofern hatte der heurige Lockdown auch sein Gutes: Durch die Einschränkungen standen plötzlich viel weniger Termine in meinem Kalender.

Krone: Du kommst durch den Sport viel herum in der Welt. Gibt es Traditionen, die Du vielleicht von anderen Kulturen übernommen hast?

Plank: Nein, das nicht. Allerdings weitet der Sport und der Kontakt zu Menschen aus aller Welt den Horizont. Da gab es schon so manches Aha-Erlebnis. Ich erinnere mich etwa noch gut an jene Zeit, als der Karate-Weltverband auch Athletinnen mit Hidschab (Anm.: muslimische Kopfbedeckung) ermöglicht hat, an internationalen Wettkämpfen teilzunehmen. Es hat mir wirklich imponiert, was für starke und souveräne Frauen da auf einmal bei den Turnieren antraten. Davor konnten sie ihren Sport nicht auf der großen Bühne ausüben - und das alles nur wegen einer Bekleidungsregel!

Krone: Apropos Sport: Wie lange kannst Du über den Jahreswechsel auf den Sport verzichten, bevor Du ihn wieder brauchst?

Plank: Ich habe jetzt vielleicht eine Woche gar nichts gemacht. Aber ich merke bereits, dass mir etwas abgeht. Ich fühle mich einfach wohler, wenn ich in Bewegung bin. Zudem ist der Wiedereinstieg ins Training umso grausamer, je länger man nichts getan hat. Ich werde also auch über die Feiertage leicht trainieren. Aber es tut schon gut, wenn man einmal nicht zielorientiert seine Einheiten abspulen muss, sondern einfach Sport betreibt, um sich gut zu fühlen. Besonders genieße ich es, mich in der frischen zu Luft zu bewegen. Karate ist ja ein Hallensport, da hält sich das Naturerlebnis in Grenzen.

Krone: Wir stecken ja nach wie vor inmitten einer Pandemie. Wird Corona einen Einfluss darauf haben, wie Du mit Deiner Familie die Festtage verbringst?

Plank: Nein, wir feiern ohnehin nur im engsten Familienkreis. Auch an Silvester lassen wir es gemütlich angehen. Außerdem bin ich nicht mehr in dem Alter, in dem ich groß Party machen muss.

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