So, 19. August 2018

Obama optimistisch

19.04.2011 11:18

Rating-Urteil zur US-Kreditwürdigkeit sorgt für Wirbel

Der Warnschuss der Ratingagentur Standard & Poor's für die Kreditwürdigkeit der USA hat weltweit für Wirbel gesorgt. An den Märkten wächst die Sorge, dass sich die Schuldenkrise in den USA zuspitzt. Die US-Regierung dagegen wies die Zweifel zurück. Präsident Barack Obama glaubt fest an eine parteiübergreifende Einigung zum gemeinsamen Abbau des enormen Defizits.

Standard & Poor's (S&P) hatte die Kreditwürdigkeit der USA am Montag infrage gestellt. Sie werde deren Bonität zwar weiter mit der Bestnote "AAA" bewerten, teilte S&P mit. Allerdings senke sie den Ausblick für die langfristige Beurteilung von "stabil" auf "negativ". Damit droht in den kommenden zwei Jahren eine Herabstufung - laut Mitteilung mit einer Wahrscheinlichkeit von 33 Prozent. Grund für die Beurteilung seien die im Vergleich zu anderen mit "AAA" bewerteten Ländern "sehr hohen" Haushaltsdefizite. Außerdem sei unklar, wie die steigende Staatsverschuldung abgebaut werden solle.

Die USA häufen allein im laufenden Haushaltsjahr bis zu 1,65 Billionen Dollar (1.156 Milliarden Euro) neue Schulden an, rund zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Die Gesamtverschuldung der USA beträgt derzeit mehr als 14,2 Billionen Dollar. Das ist an der Wirtschaftsleistung gemessen das dickste Minus in der Staatskasse der größten Volkswirtschaft seit fünf Jahrzehnten.

Ein schlechteres Rating kann zu erheblich höheren Zinsen für US-Staatsanleihen führen. Dies könnte nach Expertenmeinung das ohnehin zaghafte Wirtschaftswachstum abwürgen und die Gefahr einer neuen Rezession heraufbeschwören.

Ratingagentur zweifelt an Einigung der Politiker
Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte in ihrer Analyse zur Lage in den USA geschrieben: "Wir glauben, es gibt ein grundlegendes Risiko, dass die US-Politiker keine Einigung darüber erzielen werden, wie sie die mittel- und langfristigen finanziellen Herausforderungen bis 2013 angehen sollen."

Die US-Regierung setzt auf eine parteiübergreifende Einigung zum Defizitabbau. Präsident Barack Obama gehe davon aus, dass eine breite Übereinkunft möglich sei, sagte Regierungssprecher Jay Carney. Obama habe in seiner Grundsatzrede vergangene Woche einen Weg zu einer Übereinkunft von Republikanern und Demokraten aufgezeigt. Die Opposition erkenne das Problem an. "Wir denken, dass die Politik die Erwartungen von S&P übertreffen wird", sagte Carney.

Budgetstreit prägte US-Politik
Die vergangenen Wochen waren in der US-Politik von einer erbitterten Etatschlacht zwischen den Demokraten von Obama und den Republikanern geprägt. Die Opposition will tiefe Einschnitte vor allem im Sozialwesen durchsetzen, um die Zunahme der Staatsverschuldung zu bremsen. In den kommenden zehn Jahren sollen die Defizite um 5,8 Billionen Dollar sinken. Obama wandte sich entschieden gegen die Sparpläne der Konservativen.

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