Es ist eine Ironie der (Promotion-)Geschichte, dass eines der besten Alben des vergangenen Jahres NICHT in Europa erschienen ist. Weil Kid Rock im vergangenen Winter keine Zeit hatte, auf PR-Tour nach Europa zu kommen, wurde sein neues, selbstbetiteltes Album, einfach nicht auf den Markt gebracht. Wirklich schade, denn Kid Rock hat am letzten Album die Wandlung zum Rock/Blues/Country-Künstler beinhart durchgezogen.
Stieß das Album am Anfang bei Hardcore-Fansauf wenig Gegenliebe, wird das Ganze nun ein wenig anders gesehen:vom "großartigsten Rock-Album der letzten Jahre" wird dageredet usw...
Tatsächlich haben die Kritiker nicht unrecht,denn in seiner unnachahmlichen scheiß-mir-nix Mentalitäthat Kid Rock am letzten Album musikalisch so ziemlich alles hintersich gelassen, was vor allem seinen ersten Megaseller "Devil withouta cause" so beliebt gemacht hat. Hört man sich das Nachfolger-Album"Cocky" etwas genauer an, wurde allerdings da schon Kid RocksAffinität zu Blues und Country augenscheinlich. Nun, auf"Kid Rock" ist Schluss mit HipHop (außer auf der kurzenZwischennummer "Intro") und Heavy Rock.
Statt dessen wird dem Blues, dem Country und auf"Black Bob" auch dem Funk gefrönt. Und: der neue Stil passtwunderbar zu Kid Rock! Egal, ob das entspannte und wie eine Lokomotivevor sich hin groovende "Rock and Roll Pain Train", oder das neuadaptierte "Feel like making love" - in jeder Sekunde merkt manKid Rock und seiner Brown Trucker Band die Spielfreude an.
Großmaul auf immer und ewig Was allerdings gleich geblieben ist: Kid Rocks großesMundwerk. Da werden weiterhin große Sprüche geklopft("got more women than Mark McGrath, got more money than Matchbox20", oder: "I don't do drugs anymore... or anyless").
Gegen Ende des Albums wird die Musik dann nochentspannter: ein Cover des nie veröffentlichten Bob SeegerSongs "Hard night for Sara" ist der Höhepunkt der Zurschaustellungvon Kid Rocks Liebe zum Country und auf dem Bonustrack "SingleFather" zeigt Kid Rock, das er sehr wohl auch mehr als Frauen,Party und Alkohol im Kopf hat.
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