Spritzen vertauscht

Falsche Impfung für junge Mama nach Entbindung

Der Schock sitzt einer 28-jährigen Oberösterreicherin in den Knochen: Nach der Entbindung bekam sie im Wochenbett im Spital Freistadt die falsche Impfung. Nicht jene gegen Mumps, Masern und Röteln, sondern eine sogenannte Rhesus-Spritze, die sie gar nicht gebraucht hätte. Jetzt hat die junge Mama Angst vor Folgewirkungen.

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Die junge Mama aus einem Ort südlich von Freistadt hatte der Impfung nach der Geburt ihrer Tochter vor genau drei Monaten zugestimmt, da sie nicht gegen Masern und Co. immunisiert war. „Am nächsten Tag kamen dann eine Ärztin und die Krankenschwester und haben mir gesagt, dass leider die falsche Impfung verabreicht worden ist“, erzählt Stefanie L. Sie hatte eine Rhesus-Prophylaxe erhalten, die Mütter bekommen, die bei der Blutgruppe den Rhesusfaktor negativ haben. Die 28-Jährige hat den Faktor positiv und hätte die Injektion gar nicht gebraucht.

Schutz für Kind
„Diese Impfung wird verabreicht, um das ungeborene Kind zu schützen. Denn es kann sein, dass es, wenn es Rhesus-positiv ist, bei der Mutter zu Antikörperbildung kommt, und die Antikörper können die roten Blutkörperchen des Kindes angreifen“, erklärt Dr. Thomas Fiedler aus Linz, Fachgruppenvertreter Frauenheilkunde und Geburtshilfe bei der oberösterreichischen Ärztekammer. Durch die Rhesus-Spritze wird dieses Risiko ausgeschlossen. Bei Müttern mit positivem Faktor wirkt die Impfung gegen die eigenen roten Blutkörperchen, allerdings ist die Dosis - laut Fiedler - nicht gefährlich.

„Vorfall gemeldet“
„Ich habe mich seither nicht getraut, mir eine Impfung geben zu lassen, wollte mich nach der Geburt auch gegen Corona immunisieren lassen“, sagt Stefanie L. Der Leiter des Spitals, Dr. Norbert Fritsch, kennt den Fall: „Es war keine Patientenverwechslung, es wurde einfach das falsche Mittel verwendet. Alles wurde gemeldet. Der Vorfall tut uns sehr leid.“

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