25.11.2021 12:44 |

Gefährliche Produkte

Frankreich verbannt Wish.com aus Internetsuche

Wenn eine bestimmte Sache die Erwartungen nicht erfüllt, dann hat man sie laut Internet „wohl bei Wish bestellt“. Dass es sich dabei nicht bloß um eine Redensart handelt, hat man nun auch in Frankreich erkannt und die für ihre zumeist aus Asien stammende Billig-Waren bekannte Verkaufsplattform aus sämtlichen Suchergebnissen und App-Stores verbannt.

Anlass ist eine Untersuchung der französischen Verbraucherschutzbehörde DGCCRF, die seit 2018 140 Mal stichprobenartig bei Wish.com als Schnäppchen angepriesene Waren überprüfte und dabei zu einem ernüchternden Ergebnis gelangte. Demnach entsprachen jeweils 95 Prozent der bestellen Spielzeuge sowie Elektronikprodukte nicht den gesetzlichen Mindestanforderungen. 45 Prozent der Spielzeuge waren sogar gefährlich, bei den Elektronikprodukten waren es 95 Prozent.

Frankreich hatte die in den USA beheimatete Verkaufsplattform daraufhin zunächst aufgefordert, irreführende Angaben zu entfernen und vor Gefahren zu warnen, wie Golem.de berichtet. Doch mitunter entfernte Wish gefährliche Produkte dem Bericht nach nur, um sie kurze Zeit später wieder unter anderem Namen auf seiner Plattform anzubieten.

Minister droht mit Totalsperre
Frankreichs Wirtschaftsminister ordnete daher nun an, Wish.com zunächst aus sämtlichen Suchergebnissen sowie App-Stores zu verbannen. Sollte auch das nicht zu einer Verbesserung des Angebots führen, droht dem Portal die Totalsperre in Frankreich.

„Mehrmals haben wir die Website Wish zur Ordnung gerufen, weil sie sich nicht an die Regeln des Verbraucherschutzes hält“, erläuterte LeMaire gegenüber dem Nachrichtensender „France Info“. „Einige Spielzeuge sind gefährlich für die Gesundheit unserer Kinder, einige Kunststoffe sind krebserregend.“ Entweder „die Website hält sich an die Regeln, oder wir gehen noch weiter und gehen von der Auslistung bis zum Verbot der Website auf französischem Hoheitsgebiet“, drohte der Minister.

„Die digitalen Giganten stehen nicht über den Gesetzen“, fügte Le Maire hinzu. „Ich werde die Regeln mit großer Entschlossenheit anwenden. Es handelt sich um einen ersten Warnhinweis“.

Maßnahmen laut Wish.com „überzogen“
Wish.com kündigte in einer ersten Stellungnahme laut „Golem“ an, gegen die Anordnung rechtlich vorgehen zu wollen, da man die Maßnahmen der französischen Regierung für überzogen und illegal halte.

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