21.11.2021 12:30 |

Vereine ohne Lokal

Der letzte Wirt hat das Ortszentrum verlassen

Der Gasthof Platzlwirt galt in Tainach als Zentrum des Dorflebens. Nachdem das urige Lokal, das auch Fremdenzimmer angeboten hat, nun für immer seine Pforten geschlossen hat, gibt es im Ortskern kein einziges Gasthaus mehr. Diese Situation belastet nicht nur Bewohner, sondern vor allem auch viele Vereine. An einer Wiederbelebung wird aber bereits gearbeitet . . .

Während die Tainacher Region zwar mit dem Fischrestaurant Sicher oder dem erst heuer eröffneten Lokal „Das Lilienberg“ über zwei Gourmetrestaurants verfügt, bleiben bodenständige Gast- und Kaffeehäuser im Ort auf der Strecke. Nachdem das Gasthaus Post bereits vor Jahren geschlossen hatte, wurde heuer auch im Hubertushof der Betrieb nur noch auf das Wochenende reduziert. Lediglich der urige Platzlwirt war tagtäglich für viele Stammgäste und Vereine da und bot als einziger Betrieb auch Fremdenzimmer für Arbeiter an – doch nun ist auch dieses Lokal im Zentrum Geschichte.

„Wir haben das Gasthaus 20 Jahre lang geführt, jetzt sind wir in Pension gegangen. Aber die Schließung fiel uns alles andere als leicht“, erzählt die herzhafte Wirtin, die in Tainach als „Platzl-Gitti“ bekannt ist.

Bürger und viele Vereine ohne Lokal
Auch viele Vereine aus der Region hielten dort ihre Sitzungen und Treffen ab. „Was macht nun etwa unser Darts-Verein? Die Mitglieder wissen nicht, wohin sie gehen sollen. Und auch die Arbeiter, die bei uns in den Gästezimmern untergekommen sind, bleiben auf der Strecke“, schildern die beiden Wirtsleute, die dankbar und wehmütig auf die Zeit mit ihren Gästen zurückblicken. „Wir möchten uns bei allen für ihre langjährige Treue bedanken!“

Neues Kaffeehaus soll Treffpunkt werden
An einer Wiederbelebung der Gastronomie im Ort wird aber bereits gearbeitet. So schmiedet der Tainacher Unternehmer Mario Schwagerle bereits Pläne, ein neues, bodenständiges Kaffeehaus im Zentrum zu eröffnen. „Das Lokal soll modern ausgestattet sein und auch über eine schöne Dachterrasse verfügen. Ich möchte dadurch ein Kommunikationszentrum für Jung und Alt schaffen, denn im Ort muss es einfach einen Treffpunkt für die Leute geben“, erklärt Schwagerle.

Manuela Karner
Manuela Karner
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