Kurioser Kriminalfall oder Umwelt-Alarm? Hart bei Graz rätselt über den Verbleib von insgesamt 7800 Litern Ethylenglykol, die aus dem Kühlkreislauf des Eisstadions verschwunden sind. Nun gibt es eine Diebstahlsanzeige.
Dass Eishallen für Gemeinden kostspielige Unterfangen sind, zeigten zuletzt mehrere Beispiele von Frohnleiten bis Leoben. Hart bei Graz leistet sich eine solche, auch wenn sie Abgänge von 600.000 Euro pro Jahr produziert. Heuer war die Halle besonders hungrig – und verschlang insgesamt 7800 Liter Kühlmittel, wie die oppositionelle Bürgerliste vorrechnet.
Auf der Suche nach der undichten Stelle
Vizebürgermeister Jakob Binder vermutet ein Leck im Kühlkreislauf, durch das über die Saison hinweg Tausende Liter Ethylenglykol ins Grundwasser gesickert sein könnten. In höherer Konzentration kann dieses Nierenschäden hervorrufen und auch für Haustiere gefährlich werden. Allein: Leck wurde bei der seit Montag laufenden Druck-Prüfung bis dato keines gefunden.
Bürgermeister Franz Tonner (ÖVP) verfolgt eine ganz andere These: Der mehrmalige Druckabfall im Kühlsystem habe sich immer Freitagfrüh bemerkbar gemacht – und im Vorjahr war ein Zentralschlüssel auf ungeklärte Weise abhandengekommen. Als die Wasserrechtsbehörde des Landes bereits auf den Plan gerufen war, erstattete er nun Anzeige wegen mutmaßlichen Diebstahls von Tausenden Litern Glykol.
Bürgermeister: „Alles untersucht, was untersuchbar war“
Man habe es verabsäumt, die Schlösser auszutauschen, sagt Tonner. So müsse jemand nächtens das Kühlmittel abgezapft haben. Dass er zu spät reagiert habe, um die Eis-Saison geräuschlos zu Ende zu bringen, wie von Bürgerliste und Grünen bemängelt, weist er zurück: Man habe „alles untersucht, was untersuchbar war“.
Binder gibt sich damit nicht zufrieden. Er ortet Intransparenz, die Darstellung in der Anzeige sei „sehr unglaubwürdig“. Die 20 Jahre alten Kühlschläuche seien zudem am Ende ihrer Lebensdauer angelangt, hier herrsche dringend Handlungsbedarf.
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