20.11.2021 09:00 |

Erfolgreich reanimiert

Tiroler rettete Mädchen in Jordanien das Leben

Er hat keine Sekunde gezögert, sein ganzes Fachwissen als Wasserretter eingesetzt und damit einem kleinen arabischen Mädchen in Jordanien das Leben gerettet. Der Innsbrucker Rudi Loferer, Einsatzleiter der Wasserrettung Innsbruck, hat das Kind erfolgreich reanimiert. Das Mädchen war zuvor in den Hotelpool gefallen.

Der 32-jährige Tiroler befand sich in der vergangenen Woche auf Rundreise in Jordanien. Ein Hotelaufenthalt in Akaba am Roten Meer sollte den entspannten Abschluss der Tour bilden.

Danja war in den Pool gefallen
Entspannt war am Freitag, dem 12. November, für den Innsbrucker Gastronom freilich nichts. „Als ich am Kinderpool vorüberspazierte, sah ich, wie sich aufgeregte Hotelgäste um ein rund eineinhalb Jahre altes lebloses Mädchen scharten“, schildert Loferer. Das Kind mit dem Namen Danja war ganz offensichtlich zuvor in den Pool gefallen und herausgezogen worden.

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Es herrschte Durcheinander, da habe ich mir ein Herz gefasst und bin zu dem Kleinkind hin.

Rudi Loferer

„Es herrschte Durcheinander, da habe ich mir ein Herz gefasst und bin zu dem Kleinkind hin“, schildert der 32-Jährige, „das Mädchen erlitt einen Herzkreislaufstillstand ohne Atmung, ich habe sofort mit der Reanimation begonnen.“ Vor den Augen der verzweifelten Eltern kämpfte Loferer minutenlang um das Leben des arabischen Mädchens. „Die Lunge war praktisch komplett voll mit Wasser“, erinnert sich der Innsbrucker an die bangen Augenblicke zurück.

Hotelbedienstete setzten Rettungskette in Gang
Während er Danja reanimierte, setzten andere Gäste bzw. Hotelbedienstete die Rettungskette in Gang. Dann der glückliche Moment für alle: Das Mädchen begann zu atmen, es kam wieder zu Bewusstsein. Inzwischen war die Rettung eingetroffen, versorgte das Kind mit Sauerstoff und brachte es ins Krankenhaus. Von dort traf am Abend die erlösende Nachricht ein: Das Mädchen wird nicht nur leben, sondern außerdem keine bleibenden Schäden davontragen. Aufatmen!

„Die Eltern habe ich dann nicht mehr getroffen, die Hotelleitung hat sich aber sehr nett bei mir bedankt“, erzählt der Wasserretter. Und unter den anderen Hotelgästen habe er am nächsten Tag fast den Status eines Hollywoodstars gehabt.

Wiederbelebung bei Kindern besonders schwierig
Die Reanimation von Kleinkindern sei eine sehr diffizile Herausforderung. „Ich möchte mir auch nicht ausmalen, was in dem Kulturkreis passiert wäre, hätte ich das Mädchen nicht zurück ins Leben gebracht“, sinniert Loferer. Den Eltern hat der Innsbrucker später einen Brief geschrieben. Eine Antwort blieben sie ihm allerdings bis heute schuldig. „Vielleicht macht man das nicht im arabischen Raum“, sagt er. Aber es zählt ohnehin nur eines: Danja lebt!

Peter Freiberger
Peter Freiberger
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