16.11.2021 18:30 |

Zu viele Covid-Fälle

Vorarlbergs Spitäler bereits an der Grenze

Immer mehr Covid-Patienten werden stationär behandelt, die Spitäler warnen vor der drohenden Überlastung und rufen zur Impfung auf.

Die derzeitige Situation sei wie ein Deja-vu, nur schlimmer: So desillusioniert zeigte sich am DienstagGerald Fleisch, Direktor der Krankenhaus Betriebsgesellschaft, als er einen Vergleich mit dem Herbst 2020 zog. Die Lage sei sehr prekär, gestern waren aktuell 95 Covid-Patienten auf eine Behandlung im Spital angewiesen, 15 davon auf der Intensivstation. Derzeit sei Stufe 3 des sechsstufigen Eskalationsplans erreicht, bald aber werde wohl schon auf Stufe 4 geschalten. Und spätestens dann werden auch wieder Operationen verschoben werden und der Betrieb generell auf Notfallversorgung umgestellt.

Fleisch betonte, dass es die Verantwortung der Bevölkerung sei, das Krankenhauspersonal zu schützen - und zwar sowohl vor einer Infektion als auch vor der Überlastung. Diesbezüglich erinnerte Fleisch daran, dass jeder, der sich impfen lässt, Vor- und Rücksicht gleichermaßen walten lassen würde. Zudem erklärte er, dass alle Personen, die in der vierten Welle in Vorarlbergs Krankenhäusern an einer Covid-Erkrankung verstorben seien, nicht geimpft gewesen seien.

„Gesellschaft hat versagt“
Auch Intensivmediziner Wolfgang List gab sich enttäuscht: Die Solidarität mit dem Spitalspersonal im vergangenen Jahr habe sich leider nicht in eine entsprechende Durchimpfungsrate übersetzen lassen. „Die Gesellschaft hat versagt,“ lautete seine nüchterne Diagnose. Sowohl Fleisch als auch List sehen die Impfung als einzigen Ausweg aus der prekären Situation, für Personal und Patienten.

 Vorarlberg-Krone
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