16.11.2021 15:19 |

Releasegruppe Evo:

Filmwirtschaft ist selber schuld an Schwarzkopien!

Während beim Musik-Streaming in aller Regel ein Abo reicht, um auf so gut wie jeden Song zugreifen zu können, brauchen Film- und Serienfreunde für ein umfassendes Angebot mehrere Abos und ein dickes Geldbörsel. Netflix, Amazon, Disney+, Sky, Apple TV+ und etliche andere Anbieter buhlen mit nur bei ihnen verfügbaren Exklusivinhalten um Abonnenten - und treiben damit die potenzielle Kundschaft selbst in die Illegalität, ist man sich in der Schwarzkopierer-Szene sicher.

So sehen es Vertreter der sogenannten Releasegruppe Evo, die neue Filme und Serien oft schon vor der offiziellen Veröffentlichung in Tauschbörsen stellen. Im Interview mit dem Filesharing-Magazin „TorrentFreak“ sagt ein Evo-Mitglied: „Vielleicht gäbe es im Internet nicht so viel Piraterie, wenn die Studios sich etwas mehr um den Kunden kümmern würden.“ Tatsächlich sei ihnen die Kundschaft egal. „Ihnen geht es nur um Profit, Profit und Profit!“

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Es gibt Disney+, Netflix, Prime, Paramount+ und nur Gott weiß, wer als Nächstes mit so etwas daherkommt.

Evo-Vertreter im Interview

Damit spricht Evo an, dass im Krieg der Streaming-Riesen interessante Inhalte auf zig Abo-Dienste verteilt sind. Jeder versucht, mit Eigenproduktionen und Exklusivrechten Kunden zu gewinnen oder sie der Konkurrenz abzujagen. „Wenn man eine durchschnittliche Person ist, müsste man entweder reich sein oder man ist geliefert. Es gibt Disney+, Netflix, Prime, Paramount+ und nur Gott weiß, wer als Nächstes mit so etwas daherkommt.“

Wer alles will, greift tief ins Portemonnaie
Die Problematik ist nicht von der Hand zu weisen: Während Musik-Streamer all ihre Bedürfnisse mit einem einzelnen Abo um 10 Euro im Monat stillen, müssten Film- und Serien-Fans tiefer in die Tasche greifen. Ein Standard-Abo bei Netflix kostet 13 Euro im Monat, bei Amazon sind es acht Euro, bei Disney+ neun Euro, beim Sport-Streamer DAZN legt man 15 Euro im Monat auf den Tisch. Wer das alles will, bezahlt im Jahr mehr als 500 Euro dafür - und es gäbe noch etliche andere Anbieter, die Abos verkaufen, neben Musik und Videos etwa auch für Computerspiele.

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Wir ziehen keinen Gewinn aus diesem Hobby. Wir machen es zum Spaß.

Evo-Vertreter im Interview

Die Releasegruppe Evo behauptet, Menschen unterstützen zu wollen, die sich das alles nicht leisten können. „Wir wissen, dass wir vielen Menschen helfen, die es sich nicht leisten können, ins Kino zu gehen oder denen dies aufgrund von Covid-19 nicht mehr möglich ist.“ Ein Gewinninteresse verfolgen die Schwarzkopierer eigenen Angaben zufolge nicht, wenn sie illegale Kopien beliebter Filme oder Serien anbieten. „Wir ziehen keinen Gewinn aus diesem Hobby. Wir machen es zum Spaß.“

Boom bei Schwarzkopien kam nicht überraschend
Für viele Beobachter war die Problematik absehbar: Dass Piraterie in der Musikwelt kein großes Problem mehr ist, schreiben viele dem Umstand zu, dass ein Streaming-Abo für Musik um 10 Euro im Monat keine Wünsche offenlässt. Im Film- und Serienbereich gibt es derart umfassende Angebote nicht: Hier wird der Nutzer, wenn er einen bestimmten Streifen oder eine Serie sehen will, zum Abschluss mehrerer Abos getrieben - oder eben in die Illegalität, wo die angesagten Inhalte nichts kosten.

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