Test- und Impf-Griss

„Wir haben ganz spontan am Sonntag aufgesperrt“

Nach magerem Impfangebot am Sonntag sind Termine teils bis Dezember schon voll. Ein Mühlviertler Mediziner öffnete am freien Tag die Pforten und hatte die „Bude voll“. Jetzt wird das Griss um die Tests auch immer größer, weil die Wohnzimmertests nicht mehr gelten. Und Ungeimpfte brauchen die Tests aber als Eintrittskarte für den Job!

„So voll war meine Ordination glaub ich noch nie“ – spontan hatte Bernhard Schütz in Kirchschlag seine Ordination am Sonntagvormittag aufgesperrt: „Ich hatte damit gerechnet, dass die Nachfrage nach den Impfungen hoch sein wird“. Damit hatten offenbar die Landes-Impfkoordinatoren nicht gerechnet, denn – wie berichtet – war nur die Impfstraße in Seewalchen offen und es gab keine Versuche, weitere zu öffnen. Auch in Seewalchen wäre nur Ärztin Lisa-Maria Kellermayr zum Spritzen eingeteilt gewesen. „Es sind spontan Kollegen gekommen und haben mitgeholfen, als sie die Schlange gesehen haben“, postete sie später in sozialen Medien. Am Ende waren es vier Ärzte, die gemeinsam 510 Stiche verteilten. In Kirchschlag waren es bei Dr. Schütz auch 125 in drei Stunden: „Der Aufruf wurde in sozialen Medien mehr als 5000 Mal geteilt. Von allen Seiten kamen die Leute und viele, die sich den ersten Stich holten, waren einfach froh, dass sie nun Ruhe haben.“ Auch in Walding hätte man am Sonntag impfen können, aber hier war nur die Teststraße offen. „Wir erweitern die Kapazitäten. Auch diesen Samstag wird geimpft“, sagt Bürgermeister Johann Plakolm.

Termine alle ausgebucht
Nachdem nun allen klar ist, dass gehandelt werden muss – in der Hälfte der 18 Impfstraßen sind die Termine bis Ende November schon ausgebucht – werden 200 Pop-up-Angebote und Termine ohne Anmeldung in 100 Arztpraxen vergeben – für heute und morgen hat die „Krone“ die Impfmöglichkeiten ohne Anmeldung zusammengetragen (s. links). Außerdem sollen ab morgen in den Spitälern weitere Impfstraßen aufsperren. Die Nachfrage hat sich bei Erststichen verdrei-, bei Zweitstichen verzwei- und bei Drittstichen verdreiundzwanzigfacht, seit die 2-G-Regel verkündet wurde.

Mehr als zwei Stunden Wartezeit vor Teststraßen
Am Montag wurde die Möglichkeit in OÖ, Wohnzimmertests per Handy als Eintrittskarte zu nutzen, eingestellt. Damit liegen in oö. Haushalten Nasenbohrertests um 10 Millionen Euro, sie können nur zur Selbstkontrolle verwendet werden. Ob alle ungeimpften Arbeitnehmer in Teststraßen ihren Antigen- oder PCR-Test, den sie heute für den Job brauchen, bekommen haben, ist fraglich. Termine waren voll, teils standen die Oberösterreicher mehr als zwei Stunden an.

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Freitag, 03. Dezember 2021
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