02.11.2021 14:19 |

Noch immer an Kette?

Verwirrung über festgesetzten britischen Kutter

Ein rund 36 Meter langer britischer Fischkutter, der von Frankreich im Hafen von Le Havre an die Kette gelegt wurde, ist zum Sinnbild für den Fischereistreit der beiden Länder geworden. Momentan ist ungeklärt, ob das Schiff freigegeben wurde oder noch immer festgesetzt wird. Der britische Umweltminister und ein Mitarbeiter des Fischereibetriebs machten dazu widersprüchliche Angaben. Daten des Schifftrackers Marine Traffic zeigen jedoch, dass sich der Kutter seit Tagen nicht vom Fleck bewegt hat.

Darf der Kutter Cornelis Gert Jan wieder in See stechen oder nicht? Der britische Umweltminister George Eustice erklärte, Frankreich habe das Schiff seines Wissens nach freigegeben. Ein leitender Mitarbeiter der Eigentümerfirma Macduff Shellfish beklagte bei der Agentur Reuters, dass das Schiff nach seinem Kenntnisstand mindestens bis zu einer Anhörung am Mittwoch im Hafen von Le Havre festgehalten wird.

Der Kutter legte jedenfalls noch nicht aus dem französischen Küstenort Le Havre ab. Beim britischen Umweltministerium war zunächst niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Frankreich wirft Briten vor, Vereinbarung nicht einzuhalten
In dem Streit geht es um Fischereirechte nach dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. Frankreich wirft der Regierung in London vor, dass französische Fischer nicht die garantierten Lizenzen erhalten hätten, um in britischen Gewässern ihre Netze auswerfen zu können. Vergangenen Mittwoch hatte Frankreich den britischen Kutter festgesetzt und ein zweites Boot verwarnt, weil beide Schiffe ohne Lizenz in französischen Gewässern unterwegs gewesen sein sollen.

Nachdem es am Wochenende am Rande des G20-Gipfels in Rom noch keine Annäherung gegeben hatte, erklärte der französische Präsident Emmanuel Macron am Montagabend, sein Land werde angedrohte Handelssanktionen zunächst nicht umsetzen, um den Unterhändlern mehr Zeit für neue Lösungsvorschläge einzuräumen. Umweltminister Eustice sagte, die britische Regierung begrüße diesen Schritt. Auch ein britisches Ultimatum an Frankreich wurde ausgesprochen.

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