30.10.2021 07:55 |

Römischer Bergbau

Ein archäologischer Sensationsfund im Montafon

Einen Sensationsfund machten die Wissenschaftler um Professor Rüdiger Krause von der Frankfurter Goethe-Universität im Herbst dieses Jahres in Bartholomäberg: Drei Meter unter der Oberfläche fanden die Archäologen zwei Bergbauschächte sowie Fragmente von typisch römischen Keramikgefäßen.

„Damit hatten wir nicht gerechnet“, sagt Rüdiger Krause, Professor für Vor- und Frühgeschichte am Institut für Archäologische Wissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt. Erstmals wurden diesen Herbst im Montafon montanarchäologische Befunde aus römischer Zeit freigelegt, die nicht nur für das kleine Montanrevier, sondern für den gesamten Ostalpenraum einmalig sind. Ausgegraben wurden nämlich zwei verfüllte Bergbauschächte.

„In römischer Zeit ist hier Eisenerz im Schachtbergbau gewonnen worden. Die chronologische Einordnung wird durch zehn kleine Fragmente von typisch römischen Keramikgefäßen untermauert - das war eine große Überraschung“, berichtet Krause. Wie tief die Schächte in den Untergrund reichen, soll schon bald durch Rammkernbohrungen herausgefunden werden.

Unsicher ist noch, ob die Bergleute auch tatsächlich Römer waren. Pollenprofile und vegetationsgeschichtliche Befunde zeigen, dass das Tal seit der Bronzezeit besiedelt war. Die Archäologen gehen davon aus, dass die lokale Bevölkerung der späten Eisenzeit (Kelten), den Bergbau betrieben und römisches Geschirr - jenes aus Keramik - benutzt hat.

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