Normalerweise sind es die Damen, die den Herren genau auf die Beine schauen. Welche Linie wird gewählt? In welchen Passagen ist wie viel Risiko möglich? Wo ist das Limit? Viele Läuferinnen wissen auch die Effektivität und den Mehrwert gemeinsamer Trainings sehr zu schätzen. Heute aber werden die Männer den Damen genau zuschauen.
Vor allem die, die morgen selbst am Start stehen. Warum? Sölden ist nicht nur etwas Besonderes, weil es das erste Rennen der Saison ist, weil es auf einem Gletscher gefahren wird und weil die Stimmung so einzigartig ist. Sölden ist auch eines der ganz wenigen Rennen im Weltcupkalender, bei denen Damen und Herren zur gleichen Zeit am gleichen Ort fahren. Nach den Parallelrennen in Lech-Zürs geht man getrennte Wege und trifft sich erst beim Weltcup-Finale wieder: gleicher Start, gleiches Ziel. So wie an diesem Wochenende.
Man tauscht sich mit Marken- und Teamkolleginnen aus, wie das Material reagiert, welche Ski-Abstimmung gewählt wurde. Wie entwickelt sich die Piste, wie sind die Schnee- und Lichtverhältnisse, wie fühlen sich die Geländeübergänge im Renntempo an? Wer heute von den Damen lernt, könnte morgen eine Zeile weiter oben in der Ergebnisliste stehen. Lernen können die Herren von den Damen genauso wie umgekehrt, auch in anderen Bereichen.
Was Trainingsumfang, Einsatz, Wille und Konsequenz angeht, darf man sich auch einmal ein Vorbild an Vlhova oder Shiffrin nehmen. Oder an Katharina Liensberger. Wer weiß, vielleicht gibt sie ja den Feurstein-Cousins den entscheidenden Tipp für morgen. Oder noch besser: sie macht ihnen schon einmal vor, wie man vom Podest jubelt.









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