Teure Heimfahrt

1040 Euro Strafe für 0,06 Promille zu viel am Rad

Eine nächtliche Heimfahrt auf dem Fahrrad kam Student Andi B. teuer zu stehen. Bei einer Verkehrskontrolle wurden 0,06 Promille zu viel festgestellt. 1040 Euro Strafen waren die Folge.

Um drei Uhr früh machte sich Andi B. mit dem Fahrrad auf den Heimweg. Ganz alleine auf der Straße wurde er im 18. Bezirk von einer Polizeistreife angehalten - Alkoholkontrolle. Das Ergebnis nach dem Pusten: 0,06 Promille zu viel. Die strengen Beamten stellten eine Strafe von 800 Euro aus. Sehr zum Entsetzen des Studenten. „Ich hatte noch nie etwas mit der Polizei zu tun. Außerdem habe ich an diesem Abend um 19 Uhr mein letztes Bier getrunken. Ich kann nicht glauben, dass ich um drei Uhr früh noch 0,86 Promille gehabt haben soll“, erzählt er der „Krone“.

Unfaire Behandlung
Zudem fühlte er sich von den Beamten ungerecht behandelt. „Ich wurde weder über meine Rechte belehrt noch darüber, dass ich Beschuldigter einer Straftat bin“, meint B. Zudem habe man ihm nicht mitgeteilt, dass er selbst auf eigene Kosten einen Alkoholtest durchführen könne.

Statt geringerer Strafe wurde es noch teurer
„Ich habe mich schriftlich zu dem Fall geäußert. Die Strafe aber blieb“, schildert der Student. Da er sich keine Rechtshilfe leisten konnte, zweifelte er das Urteil nicht an und stellte lediglich einen Antrag auf Strafminderung. Doch auch dieser wurde vom Verwaltungsgericht abgelehnt. Zu seinem Entsetzen kamen daher noch 20 Prozent Aufschlag zur Geldstrafe hinzu plus Steuern, sodass B. letztendlich 1040 Euro bezahlen musste. „Ich fühle mich mit so einer hohen Summe als Student wirklich mehr als bestraft“, sagt der junge Wiener.

„Strafe im unteren Bereich“
Laut Rechtsanwalt Clemens Schmied von der Kanzlei Tonninger Schermaier und Partner beläuft sich laut Straßenverkehrsordnung der Strafrahmen bei der festgestellten Alkoholisierung zwischen 800 und 3700 Euro. „Meines Erachtens ist daher die Strafhöhe sowieso im unteren Bereich des Möglichen“, meint Schmied. Für Andi B., der nun ein großes Loch im kleinen Studentenbudget hat, eine teure Lehre.

Viktoria Graf
Viktoria Graf
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Dienstag, 30. November 2021
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