Rückkehr als „Helfer“

Todesfahrt mit Feuerwehrauto: Lenker gesteht

Kärnten
25.08.2026 11:05

Mehr als zwei Wochen suchte die Polizei nach jenem Lenker, der nach dem tödlichen Unfall im Kärntner Globasnitz geflüchtet war. Nun ist der Fall offenbar geklärt: Ein Pensionist aus dem Bezirk Völkermarkt wurde ausgeforscht. Er saß am Steuer eines Mercedes Sprinter, der zu einer Freiwilligen Feuerwehr im Bezirk gehört ...

Der 20-jährige Bursche war am 9. August gegen 4.30 Uhr auf der Bleiburger Straße in Traundorf von einem Fahrzeug erfasst worden. Er blieb schwer verletzt auf der Fahrbahn liegen und starb. Der Lenker fuhr zunächst weiter.

Die Suche nach dem Unfallfahrzeug gestaltete sich schwierig. Eine Zeugin hatte beobachtet, dass ein Fahrzeug rund 100 Meter nach der Kollision kurz anhielt. Weil es zu diesem Zeitpunkt noch dunkel war, konnte sie weder den Wagen noch den Lenker beschreiben. Die Polizei sicherte Gegenstände an der Stelle und fand im angrenzenden Maisacker Fahrzeugteile. Mehr als 40 Hinweise gingen ein. Auch Spenglereien, Schrotthändler und Werkstätten wurden überprüft.

Fahrzeug, mit dem niemand gerechnet hätte
Dann führte eine Spur zu einem Fahrzeug, mit dem wohl kaum jemand gerechnet hätte: Am Montag überprüften die Ermittler, wie von der „Krone“ bereits berichtet, unter anderem einen Mercedes Sprinter einer Freiwilligen Feuerwehr aus dem Bezirk Völkermarkt. Auf den ersten Blick war an dem Feuerwehrfahrzeug kein Schaden zu erkennen. „Doch die Tatortgruppe des Landeskriminalamtes untersuchte auch den Unterboden – und wurde fündig. Dort wurden Gewebeteile gesichert. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit handelt es sich um menschliches Gewebe“, heißt es seitens der Polizei. 

Der Lenker, ein Pensionist und früherer Feuerwehrmann aus dem Bezirk Völkermarkt, wurde daraufhin rasch ausgeforscht und einvernommen. Zunächst leugnete der Mann, mit dem Unfall etwas zu tun zu haben. Schließlich gestand er.

„Der Mann gab an, am 9. August einen reglosen menschlichen Körper, der mittig auf der Fahrbahn lag, mit dem Fahrzeug überrollt zu haben. Er sei danach völlig geschockt gewesen und habe die Fahrt fortgesetzt. Später sei er an den Unfallort zurückgekehrt und habe bei der Absicherung des Unfalles geholfen.“

Warum das Feuerwehrfahrzeug auf den 20-Jährigen traf und wie sich der Unfall genau ereignete, ist noch Gegenstand der Ermittlungen. Gemeinsam mit einem Obduzenten und einem Verkehrssachverständigen wird derzeit auch geprüft, ob möglicherweise weitere Fahrzeuge beteiligt waren. Eine abschließende Aussage zum Unfallhergang ist deshalb noch nicht möglich.

Nach mehr als Wochen ist der Todeslenker damit wohl gefasst. Für die Familie des 20-Jährigen bleibt der Verlust unermesslich. Doch die quälende Ungewissheit darüber, wer nach dem tödlichen Geschehen weiterfuhr, hat nun ein Ende.

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